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Hörnerklang und Wolfsliebe

Hörnerklang und Wolfsliebe

Das Programm der Philharmonie in Luxemburg ist bekanntlich fürs Spektakuläre gut, bietet im Mai aber auch Spezielles. Kammermusik mit vier Hörnern und Klavier gehört eher zu den Raritäten. Und der Auftritt von Wolfsfreundin Hélène Grimaud am Klavier hat die Aura des Außergewöhnlichen.

Sie schaut schmalgesichtig und mit leuchtenden Augen auf dem Foto im Programm-Flyer der Philharmonie, geradezu mysteriös wie ein Wolf. Hélène Grimaud hat sich nicht nur den Ruf einer exzellenten Pianistin erarbeitet, sondern auch mit ihrem eher unpianistischen Faible fürs wilde Tier einige Publicity ausgelöst. Jetzt kommt sie zwar ohne Wölfe, aber mit dem Leipziger Gewandhausorchester in die Philharmonie und wird den aus Deutlichkeit und Raffinement gemixten Tonfall von Ravels G-Dur-Klavierkonzert sicherlich treffen (8. Mai).
Mahlers Vierte



Die Leipziger tun ein Übriges und spielen unter Riccardo Chailly und mit Sopranistin Luba Orgonasova Mahlers Vierte.
Klavierfans dürfen sich im Mai ohnehin freuen. Zum Auftakt der Echternacher Festspiele spielt Murray Perahia Beethoven, Schumann, Schubert und Chopin (6. Mai), und Radu Lupu präsentiert Schubert, César Franck und Debussy (23. Mai).
Wer zwei Klaviere mit Chor mag: Das "Ensemble Vocal du Luxembourg" unter Ariel Alonso und das Klavierduo Marinova/Kraus beschwören vollklingend die Liebe in der Musik (16. Mai). Auch ein zweites Weltorchester reist auf den Kirchberg - die legendären Leningrader, heute St. Petersburg Philharmonic Orchestra, unter Yuri Temirkanov mit Geigerin Arabella Steinbacher und, leider, einem Allerweltsprogramm mit Tschaikowskys Violinkonzert und Dvoraks Neunter (10. Mai). Da sind die kleineren Veranstaltungen im Programm einfallsreicher.
Kleine Rarität


Das Kammerkonzert mit vier Hornisten aus dem Orchestre Philharmonique und Klavier ist sogar eine kleine Rarität (6. Mai, 11 Uhr). Wer sich für subtile Besetzungen wie Blockflöte, Barockgitarre, Cembalo und die Kammermusik des 17. Jahrhunderts begeistert, wird bei den "Rising stars" Erik Bosgraaf, Izhar Elias und Alessandro Pianu an der richtigen Adresse sein (15. Mai). Zum Ausgleich lässt es die Echo-Preisgekrönte Brass-Formation "Blechschaden" aus München im Großen Saal richtig krachen (12. Mai). Das "Ensemble Resonanz", 17 Streicher unter Enno Poppe, bleibt der musikalischen Moderne mit satter Klangfülle auf der Spur. Und die "Ciné-Concerts" locken mit Marlene Dietrich in "Die Frau, nach der man sich sehnt" und mit der neu komponierten Filmmusik des Luxemburger Vibrafonisten Pascal Schumacher. Schließlich gibt\'s ein Special für alle Vocal-Fans. Die experimentierfreudige Pariserin Camille präsentiert ihr aktuelles Programm (8. Mai).

Beginn der Veranstaltungen, wenn nicht anders angegeben, 20 Uhr. Karten: (00352) 2632 2632, www.philharmonie.lu. Bus-Shuttle von Trier am 9., 12., 23. und 24. Mai (jeweils für die Veranstaltungen im Grand Auditorium).