Hoffnung wecken

Der italienische Liedermacher Pippo Pollina veröffentlicht mit "Il sole che verrà" bereits sein 22. Album. Darauf ruft der gebürtige Sizilianer in 13 poetischen Songs dazu auf, niemals die Hoffnung aufzugeben.

Auch angesichts der schwierigen Zeiten, in der sich die Welt einmal mehr befindet. Eine wirklich hervorragende CD.
Insgesamt 22 international renommierte Musiker und Sängerinnen von der Klassik über den Jazz bis hin zum Pop stehen dem heute in der Schweiz lebenden Sänger, Gitarristen und Pianisten dabei zur Seite und tragen zum Gelingen dieses Werks mit einer Gesamtspielzeit von 49:37 Minuten bei. Dazu gehören etwa die norwegische Jazzsängerin Rebekka Bakken oder Posaunist Sven Faller.
Los geht's mit "Potrò mai dirti", einer klassischen Ballade, die überraschenderweise vom lyrischen Sopran der Belgierin Odilia Vandercruysse eröffnet wird, ehe zunächst ein Männerchor übernimmt und schließlich Pollina mit seiner rauen Stimme den Song (zu Deutsch: "Wie kann ich dir je sagen") kontrastreich zu Ende führt.
Im folkigen "Andarsene estate" ("Im Sommer gehen", 3) spielt Pollina zu seiner Reibeisenstimme die akustische Gitarre, dann bietet Màrcio Tubino gelungene Soli auf der Querflöte.
Mein Lieblingslied des Albums ist "Il nibbio" ("Der Rote Milan", 4), ein schneller Song, begleitet von Percussion sowie unter anderem dem Akkordeon.
Sehr gelungen auch das eindrucksvolle "Cento chimere" (6), das mit wehmütiger Duduk - einem armenischen Holzblasinstrument - einsteigt (Martin Kälberer), ehe sich letztlich in Form eines Tanzes die Lebensfreude durchsetzt.
Dann bietet das Album zwei tolle Duette Pollinas mit internationalen Sängerinnen: zum einen "Divertimento latino" (7) mit Marili Machado, in dem der Sizilianer, der vor vielen Jahren vor der Mafia aus Italien floh, seine Verbundenheit mit allen hoffnungsgebenden Künstlern Lateinamerikas zum Ausdruck bringt - ein Song in argentinischem Rhythmus. "E laggiù le lampare" ("Dort unten die Schiffsleuchten", 9) ist eine Zusammenarbeit mit der norwegischen Jazzsängerin Rebekka Bakken, die ihre Strophen ins Englische übersetzt hat. So entsteht ein toller Wechselgesang, ehe beide Vokalisten die letzte Strophe gemeinsam singen.
Im Titelstück "Il sole che verrà" ("Die Sonne, die wiederkommt",12) empfängt der Songschreiber von der Sonne neue Inspiration für seine Lyrik. Musikalisch stehen ihm dabei Saxofon und swingende Bläser zur Seite.
Das Schlusslied "Ancora una ("Einmal noch", 13) beschreibt in lyrischen Bildern die unbeschreibliche Lebenslust und wird von einer langsamen Ballade am Piano schließlich zu einem handfesten Rocktitel.
Pippo Pollina legt mit diesem hervorragenden Album, dessen Booklet neben eindrucksvollen Fotos die italienischen Texte in deutscher Übersetzung beinhaltet, nicht nur thematisch ein gelungenes Werk vor. Die CD bietet zudem musikalisch formidable Fusion sizilianischen Folks mit weltmusikalischen Elementen.
Jörg Lehn
Pippo Pollina: Il sole che verrà, Jazzhaus Records, LC 09471, Freiburg 2017.
Pippo Pollina & Palermo Acoustic Quintet, Sonntag, 6. August 2017, 19.30 Uhr, Saarauen Saarburg, Open-Air-Konzert.
Karten gibt es imTV-Service-Center Trier, unter derTV-Tickethotline 0651/7199-996 sowie unter <%LINK auto="true" href="http://www.volksfreund.de/tickets" text="www.volksfreund.de/tickets" class="more"%>

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