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Hohe Programm-Qualität

Hohe Programm-Qualität

Der Klassikteil des Echternacher Festivals 2011 ist beendet. Wieder einmal eine Konzertserie auf hohem Niveau. Trotzdem ist die Bilanz geteilt.

Echternach. "Die Qualität der Konzerte war hervorragend, aber bei etlichen Abenden fehlten uns die Besucher." So lautet das Resümee von Julien Alex, Vizepräsident des Echternacher Festivals, der diesjährigen Spielzeit. "Natürlich gab es einige ausverkaufte Veranstaltungen wie etwa die King\'s Singers oder auch der vorletzte Abend mit dem Pianisten Cyprien Katsaris. Aber zum Beispiel das Konzert mit dem Ysaÿe Quartett hätte viel mehr Besucher verdient." Eine Antwort auf die Frage, warum das Publikum wegbleibt, hat Alex nicht. Wohl aber weiß er, welche Konsequenzen das Festival nicht ziehen darf: "Wir dürfen auf keinen Fall das Niveau senken. Wenn wir das tun, dann haben wir verloren. Es ist eine schwierige Zeit, die wir durchleben. Die gilt es zu überstehen."
Das Konzert mit Katsaris im Trifolion war kein Grund, dem Präsidium Sorgenfalten in die Stirn zu treiben. Volles Haus und schon zur Pause die ersten Bravorufe. Ein Programm, das sich nur mit Franz Liszt beschäftigte, hatte der in diesem Jahr 60 gewordene Pianist mitgebracht. Und Konzerte in Echternach sind für ihn immer noch ein Heimspiel. Schließlich war er die Hälfte seines Lebens der künstlerische Leiter des Festivals. Aber nicht nur das führte am Ende des Konzertes dazu, dass die Bravorufe zahlreich waren. Katsaris ist ein exzellenter Pianist, dem die Musik Liszts geradezu auf den Leib geschneidert ist. Ob es nun Transkriptionen von Werken von Schubert oder Beethoven waren oder originale Werke, seine Spielart passte perfekt zur Musik. Seine Virtuosität war atemberaubend, die Aussagekraft seines Spiels traf immer wieder auf den Punkt. Absolut faszinierend war auch jedes Mal das Pianissimo, das zarter und sanfter nicht sein konnte und trotzdem den gesamten Raum füllte.
Ergreifend war seine Zugabe: Katsaris spielte das Largo aus der Sonate für Violoncello und Klavier von Frédéric Chopin in einer Klavierfassung und widmete es der kürzlich verstorbenen Luxemburger Cellistin Françoise Groben (der TV berichtete). Entsprechend dem Wunsch Katsaris\' verließ das Publikum anschließend still den Saal. gkl