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"Humor ist, wenn die Hälfte lacht"

 Über sein neues Stück „Der Opa“ sagt Karl Dall: „Nach dieser Rolle kommt nicht mehr viel“. Foto: Veranstalter
Über sein neues Stück „Der Opa“ sagt Karl Dall: „Nach dieser Rolle kommt nicht mehr viel“. Foto: Veranstalter
Morbach/Bitburg. Ein hängendes Augenlid ist das Erkennungszeichen von Karl Dall. Doch der Komiker, der seit 1967 im Fernsehen und auf der Bühne aktiv ist, hat längst den skurrilen Humor zu seiner Marke gemacht.

Morbach/Bitburg. Gleich zweimal tritt der Komiker Karl Dall in diesem Monat in der Region auf: Am Dienstag, 22. Januar, 20 Uhr, gastiert er mit dem Theaterstück "Der Opa" in der Morbacher Baldenauhalle, einen Tag später ist er zur gleichen Zeit in der Stadthalle in Bitburg zu sehen. Unser Mitarbeiter Christoph Strouvelle hat mit ihm über seine Vorbilder, seinen Humor und sein aktuelles Stück gesprochen. Was ist für Sie Humor?Karl Dall: Humor ist für mich, wenn die Hälfte der Zuschauer lacht und die andere Hälfte den Witz nicht begreift. Einige erzählen ja Witze, über die alle lachen. Mein Humor ist etwas subtiler. Der Begriff Humor ist zudem dehnbar und flexibel. Wenn andere Leute hinfallen, kann ich dar über lachen, wenn ich selber hinfalle, kann ich darüber nicht lachen. Man kennt Sie aus dem Fernsehen mit bierernstem Gesicht. Bei welchen Gelegenheiten können Sie selbst so richtig herzhaft lachen?Dall: Ich kann nicht auf Kommando lachen. Das ist unheimlich schwer. Deshalb bin ich im Fernsehen auch oft so ernst. In der amerikanischen Stummfilmzeit gab es den Schauspieler Buster Keaton, der konnte auch nicht lachen. Ich kann nur lachen, wenn es wirklich etwas zu lachen gibt. Deshalb lache ich so selten. Mein Vorbild war Heinz Erhardt. Über dessen sehr naiven Humor konnte ich so richtig gut lachen. Viele der heutigen Comedians, die man im Fernsehen sieht, haben keinen eigenen Humor entwickelt. Sie erzählen die immer gleichen Witze, nur anders verpackt.Können Sie denn über sich selbst lachen?Dall: Ja sicher. Manchmal rutscht mir auf der Bühne etwas raus, womit ich selbst nicht gerechnet habe, dann kann ich auch über mich selbst lachen.Sie spielen bei Ihrem Auftritt in Morbach das Stück "Der Opa". Fühlen Sie sich selbst schon so alt?Dall: Natürlich. Ich bin 71 Jahre alt und Großvater. Dazu muss man doch stehen. Ich habe auch schon gemerkt, dass man im Alter nicht mehr so ernst genommen wird. In dem Stück gibt es viele Geschichten, die mir selbst auch schon passiert sind. Deshalb ist es für mich leicht, die Rolle auszufüllen und den Zuschauern rüberzubringen.Hat Ihnen denn schon mal jemand einen Sitzplatz im Bus angeboten?Dall: Nein, das ist mir noch nicht passiert. Ich bin aber auch nicht sauer darüber. Da denkt man, man ist noch genauso fit wie die Kinder, die da sitzen.Welche Rollen können Sie sich künftig für sich vorstellen?Dall: Nach dieser Rolle kommt nicht mehr viel. Vielleicht trete ich nochmal mit ein paar meiner alten Lieder auf. Derzeit habe ich noch eine Rolle in der ZDF-Serie "Notruf Hafenkante". Da spiele ich einen Vater mit eigener, skurriler Note. Wenn ich das so nicht zeigen könnte, hätte man auch einen richtigen Schauspieler nehmen können. Einmal Karl Dall - immer Karl Dall. cstKarten für die beiden Auftritte gibt es in den TV-Service-Centern Trier, Bitburg und Wittlich.