"Ich als Frauentyp"

TRIER. Der 1,70 Meter große Fernsehstar Kalle Pohl hat ein Buch über sein Leben, über "Frauen, Geld und Sackgesichter" verfasst und es in der neuen "Interbook"-Buchhandlung am Kornmarkt vorgestellt.

Die schönste Autogrammstunde erlebte Kalle Pohl noch als unbekannter Alleinunterhalter: Vor 30 Jahren trat er in der Provinz vor einer Menge Betrunkener auf. Die Bühne war kaum beleuchtet, dafür umso mehr das Publikum. Pohl brachte den Auftritt vor denkbar ungünstiger Kulisse hinter sich und musste sich vom mürrischen Veranstalter anhören, dass er das Honorar überweisen werde. Deshalb konnte der kleine Mann mit der Kölner Schnauze das Benzin für den Nachhauseweg nicht mehr aufbringen. Weder Polizei noch "gelbe Engel" wollten ihm helfen und der Tankwart schon gar nicht. Eine Gruppe junger Leute in einem VW Käfer half ihm aber dann doch aus der misslichen Lage. Sie kratzten 18,96 Mark zusammen. Aus Dankbarkeit schenkte er ihnen drei seiner ersten, gerade gepressten Langspielplatten. Und gab ihnen zum ersten Mal in seinem Leben Autogramme. Heute dürften diese Platten wertvolle Sammlerstücke sein. Kalle Pohl ist mittlerweile berühmt und äußerst beliebt. Seit nunmehr sieben Jahren bringt er die deutschen Fernsehzuschauer jeden Freitag bei "Sieben Tage - sieben Köpfe" zum Lachen. Jetzt hat er ein Buch geschrieben, über sein Leben mit "Frauen, Geld und Sackgesichtern". Hier zeigt sich der beschwerliche Weg des erfolgreichen Fernseh-Stars. Pohl schildert darin zum Beispiel den ersten Auftritt in der Garage seiner Eltern und rechnet ab: mit boshaften Wegbegleitern, mit brutalen Vorgesetzten und handgreiflichen Kollegen. Bei der Ausbildung zum Koch wurde er nämlich ebenso böswillig ausgenutzt wie in der Kaufmannslehre in einem "Lumpenbetrieb". Kein Wunder, dass er dem ehemaligen Chef im Nach- hinein eine "Geschlechtsumwandlung" wünscht. Die mühsamen Anfänge, die unzähligen Berufsversuche und Stolpersteine auf dem Weg zum bekannten Künstler hat Kalle Pohl also nicht vergessen. Er hat sie jedoch immer mit einer riesigen Portion Humor genommen. Miesepeter mag er nicht. Die bedichtet er, zum Beispiel in seinem Gedicht über den "Troubadour von Trauerklos." Die schlechten Tage sind allerdings vorüber. Die erste Lesung in der neueröffneten Buchhandlung "Interbook" am Trierer Kornmarkt, zu der man Kalle Pohl eingeladen hatte, war denn auch bestens besucht. Dort blickte der lustige Rheinländer verschmitzt unter der Lesebrille hervor, scherzte und erklärte - beispielsweise, dass "nicht alle Hirne denken" und wie er, "als Frauentyp", die Beziehung zum anderen Geschlecht versteht: "Die Frauenkennerschaft als genießender Beglücker ist pures männliches Wunschdenken." Zwischen den Buchpassagen erzählte Pohl, Jahrgang 1951, auch gerne einen Witz. In dieser Rolle kennen ihn die meisten: Mit schnellem Zungenschlag, in herrlichem Kölscher Dialekt. Darin hat er vor kurzem einen Asterix-Band übersetzt. So wurde aus "Asterix und Kleopatra" kurzerhand: "Asterix un dat Kleo", was er ebenfalls am Kornmarkt vorstellte. Während Pohl die Sprechblasen las, wurden Dias mit den entsprechenden Comic-Strips an die Leinwand projektiert. Außerdem gab es eine Zugabe. Als 20-jähriger Polizist hat Kalle Pohl einmal eine Verkehrskontrolle bestritten und eine hübsche Fahrerin angehalten. Deren Anblick verdutzte den Wachtmeister schließlich dermaßen, dass er sie bat: "Ihr Fahrzeug und den Führerschein bitte."