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"Ich bin ein Geschichtenerzähler"

"Ich bin ein Geschichtenerzähler"

"Ich hab’s doch nur gut gemeint", heißt das Programm, mit dem Rüdiger Hoffmann seine 30-jährige Comedy-Karriere feiert. Damit kommt er am 3. Dezember nach Prüm.

Prüm. Goldene Schallplatten, über eine Million verkaufte Tonträger und zahlreiche Auszeichnungen wie der "Echo" oder "Salzburger Stier" katapultierten Rüdiger Hoffmann an die Spitze der Deutschen Comedy-Szene. Mit dem lakonischen Ostwestfalen hat sich TV-Redaktionsmitglied Adrian Froschauer über seine lange Laufbahn unterhalten.TV: Herr Hoffmann, Sie feiern ein Jubiläum: 30 Jahre als Komiker auf deutschen Bühnen. Was hat sich in drei Jahrzehnten an Ihren Auftritten geändert?Rüdiger Hoffmann: Ich hatte es die ersten zehn Jahre sehr schwer. Das, was ich mache, gab es damals noch gar nicht, es gab nur politisches Kabarett. Darum war es schwer, den Leuten zu erklären, was ich da eigentlich mache. Ich habe dann einen eigenen Stil entwickelt und bin in meine Figuren hineingeschlüpft. Ich mag dieses Zeigerfinger-Kabarett nicht, in dem man platte Meinungen äußert und sich dafür beklatschen lässt. Ich bin ein Geschichtenerzähler, der Pausen zwischen den Sätzen braucht, damit Bilder in den Köpfen der Leute entstehen können. In den drei Jahrzehnten bin ich mir treu geblieben.Ihre Begrüßung "Ja, hallo erst mal" ist mittlerweile zu Ihrem Markenzeichen geworden. Können Sie den Spruch nach 30 Jahren auf der Bühne selbst noch hören?Hoffmann: Ja, denn das ist eine Begrüßung, die ich erfunden habe. Hellmuth Karasek hat mal gesagt, ich sei einer der wenigen, die den deutschen Wortschatz erweitert haben - um die Sätze "Ja, hallo erst mal. Ich weiß gar nicht, ob Sie's wussten ... " Darauf bin ich stolz, und das stört mich auch nicht.Was waren Ihre persönlichen Höhepunkte der letzten 30 Jahre? Wo sind Sie besonders gerne aufgetreten?Hoffmann: Live vor Publikum aufzutreten ist das Größte. Dabei kommt es nicht darauf an, in welcher Stadt ich bin. Aber die Premiere meines ersten Programms in den Kammerspielen in Paderborn 1985 gehört zu meinen absoluten Highlights. Und natürlich mein Auftritt im Vorprogramm der Rolling Stones vor 80 000 Zuschauern!Was erwartet die Zuschauer auf Ihrer jetzigen Tour?Hoffmann: In meinem neuen Programm geht es um Geschichten aus dem Alltag, aber auch um die aktuelle Situation in Deutschland und diesen Trend zur Selbstoptimierung. Die geschieht immer auf Kosten anderer Menschen. Das will ich aber nicht mit erhobenem Zeigefinger ansprechen, sondern mit Charme und Witz.Ihr neues Programm heißt "Ich hab's doch nur gut gemeint". Was haben Sie denn gut gemeint?Hoffmann: Der Satz fasst die Rolle, die ich in diesem Programm spiele, gut zusammen: Er ist jemand, der sich nach außen sehr positiv präsentiert, insgeheim aber ganz andere Interessen vertritt - nämlich nur seine eigenen. Ich möchte zum Beispiel einem Bekannten helfen, seinem Single-Dasein zu entfliehen und eine Frau kennenzulernen. Aber die will ich dann doch lieber für mich selbst.Auf Ihrer Tour treten Sie in Großstädten wie Berlin, Düsseldorf und Stuttgart auf. Was verschlägt Sie da ausgerechnet ins kleine Prüm?Hoffmann: Ich finde, ich habe in den letzten Jahren die schöne Eifel etwas vernachlässigt. Dass es nun doch einen Eifel-Auftritt gibt, ist dem Geschichtsverein in Prüm zu verdanken. Ich freue mich schon darauf, weil ich viele Fans in der Eifel habe, aber noch nie dort war.Gibt es Unterschiede zwischen dem Rheinland-Pfälzer Publikum und dem in anderen Regionen?Hoffmann: Das Publikum ist überall anders: Der Osten mag es gern schlüpfrig, die Bayern lieben die Schenkelklopfer. Im Norden wiederum sitzen im Publikum eher die stillen Lacher, die ihre Nachbarn durch kleine Rippenpuffer zum Mitlachen animieren. Und das Rheinland lacht gerne - und manchmal so laut, dass ich selbst fast vom Stuhl kippe. ianRüdiger Hoffmann tritt am Samstag, 3. Dezember, 20 Uhr, in der Karolingerhalle in Prüm auf. Karten gibt es zum Preis von 20 Euro (Mitglieder Geschichtsverein, Schüler, Studenten) und 22 Euro (Erwachsene) in den Prümer Buchhandlungen Behme und Hildesheim, im Internet unter <%LINK auto="true" href="http://www.gvpl.de" text="www.gvpl.de" class="more"%> und unter Telefon 06551/2489. Zudem können Karten per E-Mail an geschichtsverein-pruemerland@t-online.de bestellt werden.