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| 20:36 Uhr

"Ich bleib ich selbst" - Roman Lob im TV-Interview

Trier. Erst die Ausbildung, dann die Musikkarriere: Roman Lob, der Deutschland in diesem Jahr beim Eurovision Song Contest (ESC) vertreten hat, geht gerne auf Nummer sicher. Jetzt steht für den Industriemechaniker aus Rheinland-Pfalz die erste Tournee an - und die führt auch in die Region.

Trier. Seit seiner Kindheit gehört Musik zu Roman Lobs großen Leidenschaften. Die ersten Schritte waren schwer, seit Februar kommt seine Karriere in Fahrt - nicht mit Rockmusik wie zunächst geplant, sondern mit einem poppigen Debütalbum. TV-Redaktionsmitglied Frank Auffenberg hat mit dem 22-Jährigen über Castingerfahrungen und Selbstbestimmung im Musikgeschäft gesprochen.
Sie machen schon lange Musik, sind aber erst Anfang des Jahres bei einem Castingwettbewerb für den ESC groß rausgekommen. Inwieweit blieben Sie als Musiker selbstbestimmt?
Roman Lob: Auf jeden Fall kann man seinen eigenen Kopf durchsetzen. Mein Management hat die Haltung, dass ich nichts machen muss, was andere Leute mir vorschreiben. Es sagt: "Du bist du - du musst Dich am wohlsten fühlen." Wenn ich etwas nicht will, sage ich es einfach. Ich finde es wichtig, mir treu zu bleiben.
Wie setzen Sie das um?
Lob: Wenn mir gesagt wird, der Bart muss ab, dann antworte ich eben, dass er mir gefällt und dranbleibt. Ich bin ein eigener Typ - ich bleib ich selbst. Mein persönlicher Stil ist mir sehr wichtig. Vielleicht war es genau das, was die Leute merkten, und mochten - und mich deswegen von Show zu Show weiterwählten.
Ihr Debütalbum nahmen Sie mit Thomas D von den Fantastischen Vier in der Künstlerkommune M.A.R.S. (Moderne Anstalt Rigoroser Spakker) in der Nähe von Daun auf. Waren Sie in die Musikauswahl eng eingebunden?
Lob: Ich hatte noch nie mit so großen Leuten zusammengearbeitet und war zunächst nervös und sehr schüchtern. Verschiedene Songwriter hatten Stücke eingereicht. Es gab nicht, wie ich erst dachte, eine Vorauswahl, die ich spielen musste. Ich hörte mir zwei Stunden Stücke an und traf selber eine Auswahl. Es waren gleich Songs dabei, die mir gut gefielen. Drei Lieder sind auf dem Album von mir: "Changes", "First Time" und "Day by Day".
Nach einem ersten Castingversuch 2007 bei "Deutschland sucht den Superstar" machten Sie zunächst eine Ausbildung. Warum probierten Sie es noch einmal?
Lob: Unter den ersten 20 musste ich wegen einer Kehlkopfentzündung aufhören. Dieter Bohlen bot an, 2008 wiederzukommen. Bei diesem Format kann es vorkommen, dass du wirklich Erfolg hast, genauso gut kann auch nichts dabei rumkommen. Ich entschied mich für die Ausbildung und machte nebenbei Musik. Letztes Jahr wollte ich es doch noch einmal versuchen. Nicht mit dem Hintergrund unbedingt gewinnen zu müssen, sondern wegen meiner Lust auf die Eurovision. Weil das eine coole Show ist.
Was sagt Ihre alte Band dazu, dass alles so gekommen ist?
Lob: Die Jungs finden das super. Ich versuche, möglichst oft zu Hause zu sein. Die erste Anlaufstelle ist immer noch der Probenraum. Es ist mir wichtig, nicht einfach zu sagen: "Leute passt auf, ich muss mich nun ein bisschen distanzieren, ich bin nun auf einer ganz anderen Seite unterwegs." Warum sollte ich auch meine alte Band schleifen lassen?
Werden die Stücke auf der Bühne weiterhin Pop sein, oder wird alles härter - quasi wie früher, als Sie noch Metal spielten?
Lob: Härter nicht, aber wir versuchen, etwas grooviger zu spielen. Es soll nicht exakt so klingen wie auf Platte, als hätten wir uns im Proberaum getroffen und die einzelnen Tonspuren eins zu eins nachgespielt. Wir versuchen, Breaks reinzubekommen, um die Leute zu animieren. Es ist wichtig, sie mit einzubeziehen. Schließlich wollen sie ein bisschen Party machen. aff
Roman Lob tritt im Rahmen seiner Changes-Club-Tour am Samstag, 27. Oktober, um 20 Uhr im Rockhal-Club in Esch auf.
Karten gibt es in den TV-Service-Centern Trier, Bitburg und Wittlich, unter der TV-Tickethotline 0651/7199-996 sowie auf www.volksfreund.de/tickets
Extra

Der Volksfreund verlost zehn Mal zwei Karten für das Konzert. Zwei der Gewinner dürfen sich außerdem samt einer Begleitperson auf ein exklusives Meet & Greet-Erlebnis mit dem Sänger freuen. Einfach die Hotline 01379-370082 anrufen (50 Cent/Anruf aus dem deutschen Festnetz, abweichende Preise aus dem Mobilfunk möglich). Geben Sie Namen, Anschrift und als Lösungswort "Roman Lob" an - und schon nehmen Sie an der Verlosung teil! Die Hotline ist bis Sonntag, 29. Juli, 24 Uhr, geschaltet. redExtra

Roman Lob wuchs in Neustadt (Wied) auf. 2005 gründete er mit zwei Freunden die Band Painful Poison, in der er Schlagzeug spielte. 2007 wurde Lob erstmals einem größeren Publikum mit seiner Teilnahme an der Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" bekannt. Unter den besten 20 Kandidaten schied er wegen einer Kehlkopfentzündung aus. Dieter Bohlen bot ihm jedoch ein Freilos für die nächste Staffel der Fernsehshow an. Lob verzichtete zugunsten seiner Ausbildung zum Industriemechaniker. Bereits 2008 bewarb er sich zusammen mit Axel Fischer, mit dem er unter dem Namen G12 P - Germany 12 Points - den Titel "When the Boys Come" aufnahm, erfolglos für die Teilnahme am Eurovision Song Contest. Im Februar 2012 gewann Lob die deutsche Castingshow "Unser Star für Baku" mit dem von Jamie Cullum, Steve Robson und Wayne Hector komponierten Titel "Standing Still". Er qualifizierte sich so für die Teilnahme am Eurovision Song Contest 2012, bei dem er in Aserbaidschan im Mai den achten Platz belegte. aff