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"Ich kämpfe um Joachim Gauck!" - Eifel-Literatur-Chef Josef Zierden bangt um prominenten Festival-Gast

"Ich kämpfe um Joachim Gauck!" - Eifel-Literatur-Chef Josef Zierden bangt um prominenten Festival-Gast

Führt eine seiner ersten Reisen den neuen Bundespräsidenten in die Region Trier? Für Ende April steht jedenfalls ein Auftritt beim Eifel-Literatur-Festival in Joachim Gaucks Terminkalender. Nur: Bei der Zusage war er noch nicht als Staatsoberhaupt nominiert.

Prüm. Typisch Josef Zierden. Kaum sitzt er am Montagmorgen hinter seinem Schreibtisch, hat der umtriebige Chef-Organisator des Eifel-Literatur-Festivals auch schon eine E-Mail Richtung München verschickt. Dort sitzt nämlich der Verlag von Joachim Gauck. Und Zierden will erreichen, dass einer seiner diesjährigen Top-Gäste beim Literatur-Festival auf jeden Fall erscheint - egal ob vor oder nach der Bundesversammlung. Die tagt am 18. März, heißt: An diesem Tag wird der Wulff-Nachfolger gewählt.
Einen guten Monat später, am 27. April, hat Joachim Gauck eigentlich einen Termin in Wittlich. Im dortigen Cusanus-Gymnasium soll er aus seinem Buch "Winter im Sommer, Frühling im Herbst" lesen. Organisator Josef Zierden wäre es am liebsten, wenn er den Termin der Gauck-Lesung vorverlegt bekäme. "Nach seiner Wahl wird der Bundespräsident wohl fremdbestimmt sein", sagt Zierden und fügt hinzu: "Ich bin bereit, jeden Terminvorschlag im Vorfeld der Wahl zu akzeptieren." Wenn das denn mal so einfach wäre. Denn natürlich liest Joachim Gauck nicht nur in Wittlich, sondern hat quer durch die Republik Termine. Vom Verlag kommt gestern nur die Nachricht, dass der Vorverkauf erst einmal gestoppt wird. Was sich für Wittlich erübrigt, weil die 600 Tickets vergriffen sind. "Je tiefer die Krise mit Wulff war, desto besser gingen die Karten für Gauck weg", sagt Zierden. Es sei eine Abstimmung mit den Füßen gewesen. Der Eifeler hofft, dass es irgendwie noch hinhaut mit der Lesung: "Ich kämpfe um Gauck."
Und falls nicht, wäre dann womöglich der jetzt beschäftigungslose Gauck-Vorgänger Christian Wulff eine Alternative? Zierden: "Auf keinen Fall. Mit dem hat die Eifel nichts am Hut."