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Illustrationen von Ursula Hess zu Büchern des Zisterzienserpaters Senge

Kunst : Versteckte Freude sichtbar gemacht

Eine reizvolle Ausstellung in der Autobahnkirche St. Paul in Wittlich-Wengerohr zeigt Illustrationen von Ursula Hess zu Büchern des Zisterzienserpaters Stephan Reimund Senge aus Himmerod.

Was Anselm Grün für die Republik ist, ist Stephan Reimund Senge für die Region. Ein geistlicher Schriftsteller, Trostspender und Ratgeber, der sich mit Gott und der Welt auseinandersetzt, ihre  Verwerfungen und Erosionen erkennt, ebenso wie menschliche Ängste, Hoffnungen, und Sehnsüchte. Dabei ist der 1934 geborene Pater aus Himmerod  mit großer Empathie unterwegs, ob es nun die langjährige  Arbeit mit Jugendlichen und Erwachsenen ist, sein Engagement als Theologe oder sein literarisches Werk.  Der Zisterzienserpater betrachtet die Welt wie dereinst Käthe Kollwitz mit liebevollen Blicken, ohne dabei die Augen vor ihren Mängeln zu verschließen oder sich von ihnen entmutigen zu lassen.

Senges Welt beschränkt sich keineswegs allein auf die Region und die heimische inzwischen vom Orden aufgelassene Abtei, wo er seit 1958 als nunmehr letzter Ordensmann lebt. Seit vielen  Jahrzehnten ist der Pater in afrikanischen Hilfsprojekten engagiert. In einer langen Reihe von Büchern hat der Geistliche den Ertrag seiner Betrachtungen, Empfindungen  und Erfahrungen, seiner Glaubens-wie Lebenswelt festgehalten und publiziert.

„Und feurig“  heißt sein eben erschienener letzter Sammelband aus Prosatexten und Lyrik. Darin geht es, wie bereits der Untertitel „Heute Szenen um Elija“ ankündigt, um die Aktualität des gleichnamigen alttestamentarischen Propheten.

Als Illustratorin hat die Wittlicher Grafikerin Ursula Hess über all die Jahre Senges Arbeit begleitet und seine Bücher gestaltet und bebildert. Eine  Auswahl  dieser Illustrationen ist derzeit gemeinsam mit zugehörigen Textauszügen in der Autobahnkirche St. Paul in Wittlich-Wengerohr zu sehen. Bilder und Texte stammen neben der oben  erwähnten Neuerscheinung aus den beiden Bänden „Der MIT-EINEM MUT-ANFAll“ und dem  autobiografisch geprägten Werk  „Von der versteckten Freude“. Die  augenscheinlich zu machen, ist schließlich ein existenzielles Anliegen des Geistlichen,  der seinen Lesern und offensichtlich auch sich selbst  Mut machen will, im Dunkel das Licht zu entdecken und auch im  größten Mühsal positiv zu denken. Wobei er solcherart Kraft und Zuversicht aus seinem Glauben schöpft.

Ursula Hess’ reizvolle Buchillustrationen sind keine Nacherzählungen im Bilde.  In ihren kleinformatigen Blättern bringt sie empfindsam und mit wohltuender Heiterkeit Ideen-und Gefühlswelt, ebenso wie die Botschaft des Autors auf den Punkt. Es sind phantasievolle Bilder, die Denkanstöße geben, Träume befördern und bei genauem Betrachten in der Miniatur eine vielfältige Bilderwelt offenbaren. Bisweilen hat die Linie darin als Zeichnung das Sagen.

Ein andermal orchestrieren leuchtende Farben ausdrucksstark Empfindungen und Seelenleben. In ihnen verdichtet sich zum Bild, was die kleinen Textstellen daneben berichten. Eine feine intime Ausstellung.  Es wäre allerdings  schön, wenn zu den sehenswerten Blättern  auch die Bücher auslägen, zu denen sie gehören. Nicht nur angesichts der Tatsache, dass es sich um eine Autobahnkirche handelt, wären ein paar Informationen zur Künstlerin und zum Autor hilfreich.

Die Ausstellung der Werke von Pater Senge und Ursula Hess läuft mindestens bis zum 26. Februar (Aschermittwoch) und ist täglich von 9 bis 18 Uhr in der Autobahnkirche Wittlich-Wengerohr zu sehen.