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Im Dezember-Programm bleibt Luxemburgs Philharmonie bei ihrer Linie

Musik : Klarer Kurs im Weihnachtsrummel

Im Dezember-Programm bleibt Luxemburgs Philharmonie bei ihrer Linie.

Das Fest der Lichter naht. Und während sich sonst in Stadtzentren und Kaufhallen  Weihnachtsstimmung mit allen heimeligen Zutaten verbreitet, bleibt die Philharmonie eisern bei ihrer Linie und verabreicht die Feststimmung nur sorgfältig dosiert. Das obligate „Weihnachtsoratorium“ erscheint zwar gleich zweimal auf dem Monatsprogramm. Aber im „Chreschtconcert“ (22. Dezember, 16 Uhr) beschränkt sich Dirigent Pierre Cao auf Auszüge aus dem Werk und ergänzt die mit Stücken aus Händels „Messias“ und, vor allem, mit Weihnachtsliedern zum Mitsingen. Und Dirigent Andrew Parrott, der Dresdener Kammerchor und das Instrumental-Ensemble „Le Concert Lorraine“ haben von Bachs allzu beliebter Komposition nur die Kantaten eins bis drei und sechs im Gepäck (17. Dezember). Hinzu kommen Benefizkonzerte für die SOS-Kinderdörfer  (13. Dezember) und das Uno-Kinderhilfswerk Unicef (15. Dezember. 19 Uhr).

Damit haben sich auf dem Kirchberg die Weihnachtsveranstaltungen erledigt, und die philharmonische Normalität dominiert. Die freilich ist reichhaltiger als manches Festprogramm. Wenige Tage nach dem Monatsersten treffen Sol Gabetta und das Kammerorchester Basel unter Giovanni Antonini ein, spielen Beethoven und Schumann, darunter das gleichermaßen bedeutende und umstrittene Cellokonzert des Romantikers (4. Dezember). Damit leiten sie eine dichtgedrängte Konzertfolge ein. Nur einen Tag später läuft im Großen Saal der Buster-Keaton-Stummfilm „The General“, wobei  Cameron Carpenter an der Philharmonie-Orgel für die Filmmusik zuständig ist (5. Dezember). Am selben Tag läuft im Grand Théâtre Beethovens „Fidelio“ in der Inszenierung von Achim Freyer  mit dem „Orchestre Philharmonique“, dem Wiener „Arnold-Schönberg-Chor“, Michael König als Florestan und Christiane Libor als Leonore; Dirigent: Marc Minkowski. Eine zweite Vorstellung findet zwei Tage später, am 7. Dezember im Grand Théâtre statt.

Weiter geht es im Konzert-Marathon mit dem „Sydney Symphony Orchestra“ unter  David Robertson; Solist in Korngolds Violinkonzert ist Publikumsliebling Renaud Capucon (7. Dezember, Großer Saal). Das „Orchestre de Chambre“ hat dieses Mal Mendelssohns Violinkonzert (Solistin: Ye Eun Choi) im Programm (9. Dezember, 17 Uhr), außerdem die Molière-Vertonung „Bürger als Edelmann“ von Richard Strauss und eine Sinfonie des Mozart-Zeitgenossen Josef Martin Kraus (1756-1792). In der Quartett-Reihe der Philharmonie tritt das Jerusalem Quartett mit Beethoven, Schostakowitsch und Ravel an (10. Dezember). Bei den „Rising stars“ gastieren Bariton Josep-Ramon und Ian Tindale am Klavier (11. Dezember). Und ein weiteres Ciné-Konzert bereichert das Dezember-Programm: Jean-François Zygel präsentiert den Stummfilm-Klassiker „City Girl“ von Friedrich Wilhelm Murnau und wird dazu am Klavier improvisieren (16. Dezember, 16 Uhr).

Jean-François Zygel zeigt das Ciné-concert City Girl von Friedrich Wilhelm Murnau. Foto: Denis Rouvre

Beginn, wenn nicht anders angegeben: 20 Uhr. Karten: 00352/2632 2632. Anmeldung zum Bus-Shuttle von Trier: 0651/96686432. www.philhrmonie.lu