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Im Dickicht der Konzertzyklen

Im Dickicht der Konzertzyklen

Das Saisonprogramm des Orchestre Philharmonique (OPL) verrät schon durch seinen großen Umfang, wie ambitioniert die Planer am Werk waren. Ihre größte Aufmerksamkeit gilt dem Besuchernachwuchs - auch aus Deutschland.

Luxemburg. (mö) Es sind nicht schöne Bilder oder größere Lettern, die den Umfang des neuen OPL-Saisonprogramms auf jetzt 154 gezählte Seiten anschwellen lassen. Dahinter versteckt sich anderes: Eine Konzertdisposition, die möglichst viele Gruppen erfassen soll - traditionelle Konzertbesucher, Kinder, Jugendliche und auch die Gäste aus der Großregion, vor allem aus Deutschland. Das hat zur Folge, dass sich identische Konzerte in mehreren Zyklen wiederfinden und Mehrfachnennungen unvermeidlich werden.

Traditionsbesucher werden mit den beiden philharmonischen Zyklen (Cycles Philharmoniques) bedient. Zyklus I (sieben Konzerte) präsentiert Musik zwischen Haydn und Schönberg, wobei diesmal der Akzent auf slawischen Komponisten wie Szymanowski, Medtner, Janacek, Tschaikowsky, Strawinsky und Schostakowitsch liegt. Zyklus II, mit fünf Konzerten, entspricht im Programm den Konzerten eins, zwei, vier und sieben von Zyklus I und präsentiert außerdem das Orchestre National de Belgique unter Walter Weller, einst Konzertmeister der Wiener Philharmoniker. Am Pult stehen außer Chef Emmanuel Krivine renommierte Dirigenten wie Jukka-Pekka Saraste, Yakov Kreizberg und Hugh Wolff. Zu beiden Zyklen gibt es übrigens wieder einen Bus-Shuttle vom Trierer Matthias-Parkplatz zur Luxemburger Philharmonie.

Mit "Dating" und "Duo" setzt die Nachwuchsarbeit des OPL ein. Die Zyklen mit drei beziehungsweise sechs Konzerten richten sich an Besucher unter 27, die mit einem 50-Prozent-Nachlass gelockt werden. Sie präsentieren Musik mit Erläuterungen - auf Französisch mit deutschen Untertiteln. Was Besuchern aus der Trierer Region die Gelegenheit gibt, nicht nur ihr Musikwissen zu vertiefen, sondern auch noch die Französischkenntnisse aufzupolieren. Weitere drei Konzerte formieren sich zum Zyklus "Familles", die sich an Kinder (in Begleitung ihrer Eltern) richten und von denen immerhin zwei auf Deutsch ablaufen.

Und schließlich demonstrieren OPL-Musiker unter dem etwas problematischen, weil reichlich kulinarischen Titel "Concerts-Apéritif" mit Kammermusik ihr Können. Und schließlich stehen wieder einige Sonderveranstaltungen an: darunter die "Ciné-Concerts", Stummfilme mit Live-Musik, ein Konzert zum 75. Geburtstag von Helmut Lachenmann im Rahmen des Philharmonie-Festivals "rainy days", die Aufführung von Berlioz' später Oper "Béatrice et Bénédict" und Bizets "Carmen" im Luxemburger Grand Théâtre sowie zwei Beiträge des OPL zum Philharmonie-Zyklus "L'Orchestral". Und da das OPL auch luxemburgischer Kulturbotschafter sein soll, finden auch wieder Gastkonzerte statt - unter anderem in Paris, Amsterdam, Montpellier und beim Rheingau-Festival. Eine Mitwirkung bei den Trierer Antikenfestspielen ist auch für 2011 nicht vorgesehen.

Weitere Informationen: www.opl.lu

Karten gibt esin den TV-Service-Centern Trier, Bitburg und Wittlich, unter der TV-Tickethotline 0651/7199-996 sowie unter www.volksfreund.de/tickets