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Im Lichtstrahl Raum und Zeit schaffen

Im Lichtstrahl Raum und Zeit schaffen

Eine außergewöhnlich reizvolle künstlerische Position zeigt die Gesellschaft für Bildende Kunst in Trier. In der neuen Ausstellung dort präsentiert Rainer Plum seine Reflexionen über Raum und Zeit als Laserinstallation.

Trier. Ein grüner Laserstrahl durchzieht einen offenen Stahlkubus. Die grüne Linie aus Licht setzt sich an Wand und Decke fort, erweitert dabei die Form und bildet neue Räume. Rein physikalisch betrachtet, kann man das, was Rainer Plum in Trier präsentiert, zur Strahlen-beziehungsweise geometrischen Optik rechnen. Durch sie wird Licht und Energie als Linie sichtbar gemacht.
Nun ist der 1952 geborene Professor der Fachhochschule Aachen nicht Physiker, sondern Künstler. In München und Düsseldorf hat er zunächst Malerei studiert, bevor er sich den audiovisuellen Medien zuwandte. Seine Bildidee geht weit über formalen Augenschein hinaus. Plums Linien sind Zeichen gebündelter Energie. In ihren geometrischen Formen wird Vitalität und innere Kraft sichtbar, die Raum fasst, über ihn hinausgreift und dabei neuen Vorstellungs- und Denk raum sowie Zeit schafft. Anders als die gezeichneten Linien auf Papier unten im Erdgeschoss verlieren sich Plums Laserlinien nicht in der Fläche. Sie haben gleichsam einen farbigen Körper. Es ist ein ausgesprochen geistreiches Werk, das sich oben in der ersten Etage der Galerie Palais Walderdorff als gleichsam offene Plastik darstellt. Zudem ist es ein ästhetisch äußerst reizvolles Sinnbild jener Grenzüberschreitung, die Motor für eine kreative Energie ist, die Fortschritt bewirkt und Hinterfragung ermöglicht. Plums Arbeit stellt mit ihrem starren gleichwohl transparenten Stahlkörper, den der Laserstrahl durchdringt, nicht nur die Frage nach dem Raum und der Form. Er hinterfragt auch Gestalt und Existenz von Körpern und ihrer Identität. Im festen Stahlrahmen des Künstlers begegnen und durchdringen sich manifeste Wirklichkeit und der unfassbare unendliche Raum der Imagination. Plums Laser-Installation stellt existenzielle Fragen, die hier eindrucksvoll im Lineament des Lichtstrahls sichtbar gemacht werden. Es sind die Fragen nach Zeit und Raum und die Position des Menschen darin als Schöpfer wie als Subjekt. Nicht ohne Grund ist die geometrische Form mit ihren Linien und den daraus entstehenden Raumkörpern seit alters her die philosophische Form. Bereits die antiken Philosophen waren der Ansicht, dass man in ihnen die ganze Welt symbolhaft denken und erfassen könne. Rainer Plum aktualisiert mit seiner Installation gleichsam diese antike Position. Der Aachener Künstler arbeitet häufig auch im öffentlichen Raum. Fotos seiner Projekte dort runden die Schau ab. Die Ausstellung im Palais Walderdorff sollte man sich nicht entgehen lassen. er
Finissage am 3. Dezember,Öffnungszeiten: Dienstag, Donnerstag und Freitag 11 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr, Samstag 10 bis 13 Uhr, <%LINK auto="true" href="http://www.gb-kunst.de" text="www.gb-kunst.de" class="more"%>