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Im Odenwald des Westens

FOTO: Daniel John (daj) ("TV-Upload John"
Gerolstein. Wissenschaft ist eine trockene Angelegenheit? Nicht bei Vince Ebert. In seinem aktuellen Programm "Zukunft is the Future" verbindet der Kabarettist und Physiker Fragen von Technik und Fortschritt mit viel Humor. Daniel John

Gerolstein. Das größte Problem in den immer schneller wachsenden Städten? Die Unmengen von Pferdemist, dachten Zukunftsforscher vor der Erfindung des Autos. Der Bedarf an Computern? Fünf Stück weltweit, glaubte man bei IBM. Bekanntlich kam es anders.
Und trotz solch entmutigender Beispiele wagt Kabarettist Vince Ebert selbst einen Blick in die Zukunft, denn: "Zukunft is the Future", wie der Titel seines aktuellen Programms lautet. Der Mann aus dem Odenwald, aufgewachsen in Amorbach,"wo der Stadtplan den Maßstab 1:1 hat", versteht schließlich etwas von Zeitreisen. Jede Fahrt nach Aschaffenburg war solch ein Ausflug in die Zukunft. Im Odenwald würde man nämlich sogar den Weltuntergang überleben, "weil wir der Zeit immer 20 Jahre hinterher sind". Zustimmendes Nicken der gut 100 Besucher im Gerolsteiner Lokschuppen. "Ach, Sie kennen das?", meint Ebert und bezeichnet die Eifel deshalb später liebevoll als den "Odenwald des Westens".
Wirklich einschneidend war für den damals 17-Jährigen aber ein Besuch in der Metropole Frankfurt. In einem Strip-Club fragte er sich, "ob sich die Tänzerinnen an der Stange auf der Südhalbkugel andersherum drehen". Um das zu klären, entschloss er sich, Physik zu studieren. Das Studium schloss er ab, den Beruf hat er an den Nagel gehängt, der Wissenschaft ist Ebert aber auch als Kabarettist treu geblieben, unter anderem mit seinen Fernsehbeiträgen für "Wissen vor acht". So erklärt er anschaulich das Prinzip der Homöopathie, Substanzen immer weiter zu verdünnen: "Das ist, als wenn Sie in Würzburg einen Autoschlüssel in den Main werfen und dann in Frankfurt versuchen, mit dem Mainwasser ein Auto zu starten." Für die Zukunft setzt Ebert aber auf selbstfahrende Autos. "Die stellen sich morgens um 6 selbstständig in den Stau, und Sie haben zwei Stunden Zeit, mit der S-Bahn hinterherzufahren."
Bei allem Humor - gegen Ende seines Programms wird Ebert ganz ernst: Er präsentiert eine Statistik. Vor 200 Jahren lebten 94 Prozent der Menschen weltweit in bitterer Armut. Heute sind es nur noch knapp zehn Prozent - obwohl sich die Anzahl der Menschen seitdem vervielfacht hat. Die Lebenserwartung sei dagegen zuletzt um zwei Jahre pro Jahrzehnt gestiegen. Und das sei doch ein guter Grund, optimistisch in die Zukunft zu blicken - was auch immer sie bringen mag.
Ein weiterer Auftritt von Vince Ebert in der Region ist am Donnerstag, 3. November, 20 Uhr, in der Mosellandhalle Bernkastel-Kues. Karten gibt es im TV-Service-Center Trier, unter Telefon 0651/7199-996 sowie auf <%LINK auto="true" href="http://www.volksfreund.de/tickets" text="www.volksfreund.de/tickets" class="more"%>