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Im Podcast Papierstau geht es um literarische Neuveröffentlichungen

Podcast „Papierstau“ : Literatur – auf Sendung

Schon früh konnte sich Meike Stein für Literatur begeistern. Im Podcast Papierstau geht sie dieser Leidenschaft wöchentlich nach. Dabei stehen besonders Neuerscheinungen im Fokus.

Ein Podcast für Literaturliebhaber, bei dem komplexe Inhalte für jeden verständlich sind – auch ohne Literaturstudium. So beschreibt Meike Stein, eine der drei Moderatoren des Papierstau Podcasts, den Inhalt, den sie einmal wöchentlich für die Hörer veröffentlichen. Und damit erreichen sie jede Woche rund 10 000 Menschen.

In jeder Folge stellen Meike Stein, Anika Falke und Robin Schneevogt drei anspruchsvolle Bücher vor, sprechen über die Hauptthemen und diskutieren über viele verschiedene Aspekte, die ihnen beim Lesen aufgefallen sind. „Wir besprechen die Besonderheiten jedes Buches. Das wird alles fair und klar kommuniziert. Dafür ist es auch gut, dass wir schließlich kein Werbepodcast sind. Für die Hörer soll das so nachvollziehbar wie möglich sein, damit sie sich ihre eigene Meinung zu den Büchern machen können. Außerdem versuchen wir im Podcast eine persönliche Beziehung zu den Hörern aufzubauen“, beschreibt Meike Stein das Konzept der Folgen.

Die Folgen dauern meistens rund 60 bis 90 Minuten. Dabei sei ein großer Vorteil, dass die drei Moderatoren untereinander wöchentlich viel Kontakt zueinander haben. Stein: „In unserer WhatsApp-Gruppe tauschen wir uns jeden Tag intensiv aus. Ich bin jetzt circa zwei Jahre beim Podcast dabei. Mittlerweile haben wir uns so gut eingespielt, dass wir auch immer wissen, wie wir beim Aufnehmen der Folge aufeinander eingehen können.“

Dabei hat sich die Gruppe nur durch Zufall gefunden. Auf der Social-Media-Plattform Goodreads, bei der sich Menschen anmelden, um Bücher zu bewerten und andere über die Bücher, die sie gelesen haben, zu informieren, sind Meike und Robin in Kontakt gekommen. „Robin hat gerne meine Kritiken gelesen, und wir haben uns da dann häufiger unterhalten und gemerkt, dass wir ähnliche Bücher lesen. Irgendwann hat er mich dann gefragt, ob ich nicht mal Lust hätte, bei seinem Podcast als Gast mitzumachen. Dabei hatten wir so viel Spaß, dass ich seitdem dabei bin.“

Der Literaturpodcast wurde 2016 ursprünglich von Robin mit zwei anderen Mitgliedern ins Leben gerufen. Allerdings habe es dann „im Team einige Fluktuationen gegeben“, sagt Stein. Über Goodreads  sei auch Anika, die dritte in der Podcast-Runde, ins Boot gekommen.

Da alle drei aus anderen Städten kommen, treffen sie sich wöchentlich für die Aufnahme des Podcasts über Skype. Dabei nimmt jeder einzeln mit einem Programm seine Tonspur auf. „Danach schneidet Robin die Spuren zusammen und am Ende entsteht die Folge. Am Anfang war das alles noch eher hobbymäßig, mittlerweile ist es schon professioneller geworden“, sagt Stein.

Die Auswahl der Bücher, über die sie in den Folgen sprechen, wird schon mehrere Monate im Voraus getroffen. „Dafür schauen wir uns die Veröffentlichungslisten der Verlage an und wählen aus, welche Bücher für uns interessant sind. Besonders Neuerscheinungen sind dabei im Fokus. Aber auch internationale Literatur und Klassiker werden in Folgen besprochen“, so Stein, die an der Universität Trier Medienwissenschaft und Anglistik studiert hat.

Im vergangenen Jahr war der Podcast offizieller Kooperationspartner des Deutschen Buchpreises. „Auf diese Kooperation waren wir wirklich sehr stolz. Als einziger Podcast haben wir im deutschsprachigen Raum alle 20 Bücher, die für den Deutschen Buchpreis nominiert waren, besprochen und gegeneinander antreten lassen“, sagt Stein.

Durch diese Kooperation sei es auch möglich gewesen, den Zugang zu bekannten Autoren zu bekommen, die für Spezial-Folgen als Interviewgäste im Podcast waren. Die enge Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Verlagen sei für den Podcast ebenfalls wichtig.

Auch wenn der Podcast für die drei ein nebenberufliches Hobby ist, fließt wöchentlich viel Arbeit rein. Dafür sei ein Aspekt besonders wichtig: „Man muss das wirklich lieben, dann fühlt es sich auch nicht an wie Arbeit. Pro Woche stellt jeder von uns ein Buch vor, das man selber auch ganz liest. Von den anderen beiden Büchern versuchen wir noch so viel wie möglich zu lesen.“ So zahle sich diese Arbeit jedes Mal wieder aus.

 Gemeinsam mit Meike Stein nehmen Anika Falke aus Hannover und Robin Schneevogt aus Münster wöchentlich den Podcast auf.
Gemeinsam mit Meike Stein nehmen Anika Falke aus Hannover und Robin Schneevogt aus Münster wöchentlich den Podcast auf. Foto: TV/Privat
 Gemeinsam mit Meike Stein nehmen Anika Falke und Robin Schneevogt wöchentlich den Podcast auf.
Gemeinsam mit Meike Stein nehmen Anika Falke und Robin Schneevogt wöchentlich den Podcast auf. Foto: TV/Privat

Der Papierstau Podcast erscheint jede Woche mittwochs und kann bei Spotify und Apple Podcast angehört werden. Spezialfolgen, wie beispielsweise Interviews, erscheinen sonntags. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite unter www.papierstaupodcast.de. Die Buchkritiken von Meike Stein auf Goodreads gibt es unter www.goodreads.com/MeikeReads