In America

(U.M.) Das junge Ehepaar Johnny und Sarah übersiedelt nach dem tragischen Tod ihres einzigen Sohnes mit zwei kleinen Töchtern nach New York. Hier beziehen sie die oberste Etage eines Mietshauses, wo sich hitzige Latinos, weiße Junkies und ein schwarzer Maler eingenistet haben.

Der amerikanische Traum aber trügt, weder Johnny noch Sarah bekommen die erhofften Jobs. Das Geld wird knapp und die Konflikte brechen los. Iren sind hart im Nehmen, Jim Sheridans Kino ("Mein linker Fuß") ist durchzogen davon. Und man möchte ihm zurufen, dass halb so viel Schicksal auch schon mehr als genug für einen Film gewesen wäre. So wenig gebremst Sheridan im Gesamtwurf arbeitet, so konzentriert ist er im Detail. Seine New York-Impressionen sind kraftvolle Panoramen eines Gebirges aus Stein, Stahl und Glas. Es gibt wundervolle Sequenzen, etwa wenn Johnny Leergut sammeln muss für den Kauf einer Klimaanlage. Oder wenn die Mädchen beim Halloween-Schulfest gehänselt werden, weil ihre Kostüme selbst gebastelt und nicht gekauft sind. Erst im Nachspann offenbart sich Sheridans autobiografischer Hintergrund des Projekts. Rückwirkend sichert das Sympathien, aber schöner wäre gewesen, wenn Sheridan generell etwas Pathos gespart hätte. (In den Kinos der Region)