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In der neuen TV-Serie des Trierischen Volksfreunds stellen wir die Macher des Kulturangebots in der Region vor: Zu den Säulen der Trierer Kunstszene gehört der Kunstverein Junge Kunst.

Serie: Die Kulturmacher : Wo Kunstfans manchmal anfangen zu gackern

Bühne frei für diejenigen, die sonst eher hinter den Kulissen arbeiten: In der neuen TV-Serie „Die Kulturmacher“ stellen wir regelmäßig die großen und kleinen Macher des kulturellen Angebots in der Region vor. Zu den Säulen der Trierer Szene gehört der Kunstverein Junge Kunst.  Das Angebot seiner Galerie in der Karl-Marx-Straße ist aus dem kulturellen Leben der Stadt nicht wegzudenken. Verpflichtet fühlt sich der Verein der Gegenwartskunst.

Trier „Wir wollen der zeitgenössischen  Kunst ein Podium schaffen“,  fasst Sebastian Böhm das Anliegen der Jungen Kunst zusammen. Mit anderen Vereinskollegen sitzt der Maler im Nebenraum der restaurierten Galerie des Trierer Kunstvereins. Vorne im Ausstellungsraum ist die Kunst unter sich.

Hier werden regelmäßig  aktuelle Positionen der Gegenwartskunst ausgestellt. Berücksichtigt werden gleichermaßen Arbeiten von Vereinsmitgliedern wie von regionalen und überregionalen Künstlern.  „Es geht uns darum, ein möglichst spannendes, vielfältiges Programm zu erstellen, das möglichst viele  unterschiedliche Kunstsparten beinhaltet, erklärt Vorsitzender Stefan Philipps die Ausstellungsstrategie des Vereins. Neben Malerei, Bildhauerei und Grafik finden sich deshalb auch Fotografie und Installationen im Angebot der Galerie.

Bis in die 1980er Jahre reichen die Wurzeln der Jungen Kunst zurück. Als Kunstverein besteht die Initiative seit 1995. Seit etwa 20 Jahren engagieren sich Stefan Philipps und seine Stellvertreterin Britta Deutsch inzwischen gemeinsam mit anderen aktiven Künstlermitgliedern und einem Mitarbeiter, der die Homepage pflegt, ehrenamtlich für die Junge Kunst.

Da fällt jede Menge Arbeit an, wie die Vorbereitung von Ausstellungen, Einladungsdienst, Galerieaufsicht und die Auswahl der ausstellenden Künstler. „Wir könnten problemlos eine Vollzeitkraft beschäftigen“, erklärt Britta Deutsch. Doch das ist aus den vorhandenen Mitteln nicht zu leisten, genauso wenig wie tägliche Öffnungszeiten.

Zum Glück erlaubt die Galerie mit ihrer hohen straßenseitigen Glasfront als Schauraum ganztägig den Blick auf die Ausstellungen. Knappe 4300 Euro erhält der Verein als jährlich neu zu beantragenden Mietzuschuss von der Stadt. Dazu kommen eingeworbene Sponsorengelder sowie die jährlichen Beiträge der 60 Mitglieder.

Wer in der Jungen Kunst ausstellt, bestimmen die aktiven Künstlermitglieder gemeinsam. „Eine Besonderheit unseres Vereins ist, dass wir als Künstler mit künstlerischem Blick die Arbeiten der Bewerber auswählen und betrachten“, sagt der Zeichner Klaus Maßem.

Da kommt dann auch der Begriff „Kunst pur“ ins Spiel. Soll heißen: Wer hier ausstellen kann, wird einzig nach künstlerischen Qualitätskriterien unabhängig von Biografien und Preisen ausgewählt. Hitzig gehe es bei solchen Jurysitzungen oft zu, berichtet Deutsch. Da werde schon mal heftig um Bewerber gestritten. Eine weitere Besonderheit des Vereins: Grundsätzlich muss sich für jede Ausstellung ein Künstlermitglied als Kurator zur Verfügung stellen, der das Projekt betreut. Dennoch bleibt den ausstellenden Gästen jede Menge Freiraum. Auch das gehört zur Philosophie des Vereins. „Wir machen alles möglich. Zur Not stellen wir auch den Schaltkasten zu“, beteuert Grafiker Christoph Jakobs und lacht.

Ein weiteres wichtiges Anliegen  der Kunstvereinigung ist der Austausch mit anderen Kunstvereinen über die Region hinaus. „Es geht schließlich auch um die Außenwirkung“, erklärt Vorsitzender Philipps. Da gab es inzwischen manch Schönes zu erleben. So wie damals in Dresden-Hellerau, als ein ganzes Großraumbüro geräumt wurde, um den Trierer Künstlern angemessen Platz zu schaffen.

Heiterkeit war angesagt, als ein Kunstfreund beim Anblick von Stefan Philipps Hühnerknochen-Arbeiten in Trier zu gackern anfing. Ein stattliches Programm aktueller Gegenwartskunst hat der Verein seit seinem Bestehen auf die Beine gestellt. Mit den neuen Galerieräumen ging zudem ein Wunschtraum in Erfüllung.

Einen Blick in die Galerie kann man auch durch die großen Schaufenster erhaschen. Foto: TV/Eva-Maria Reuther

Offene Wünsche gibt es dennoch genug.  An erster Stelle steht da natürlich wirtschaftliche Sicherheit durch einen  gesicherten  städtischen  Zuschuss und weitere Sponsoren. Dann könnte auch die angestrebte Jugendarbeit ausgebaut werden. Und natürlich die Arbeitslast. „Da alles ehrenamtlich geleistet wird, bleibt vieles liegen“,so Deutsch .