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In London gefundenes römisches Mosaik gleicht Mosaikfunden in Trier

Unterm Strich - Die Kulturwoche : Geschichte, Geschichten und Gerüchte

Was in Trier Alltag ist, soll auch London ein bisschen mehr Bedeutung verleihen, zumindest in historischer Hinsicht. Ein spektakulärer Fund aus römischer Zeit hat in der britischen Hauptstadt für Aufsehen gesorgt.

Das Mosaik aus dem zweiten bis frühen dritten nachchristlichen Jahrhundert wurde bei Bauarbeiten in der Nähe der London Bridge entdeckt und gehörte wohl zu einem Komplex, in dem wohlhabende Reisende übernachten konnten und bewirtet wurden. Die Mosaike schmückten demnach einen Raum namens Triclinium (zu deutsch: Esszimmer), in dem die (ebenfalls so genannten) Speisesofas untergebracht waren.

Wie die mit der Ausgrabung befasste archäologische Abteilung des Museums of London mitteilte, handelt es sich um den größten Mosaik-Fund in der britischen Hauptstadt seit einem halben Jahrhundert. Nach Ansicht eines Experten sind die kunstvoll verzierten Fußböden Handwerkern zuzuordnen, die als Acanthus-Gruppe bezeichnet werden. Eines der Muster, und hier schließt sich der Kreis zur Mosel, ähnelt stark einem in Trier entdeckten Mosaik. Es sei daher davon auszugehen, dass die Mosaikleger an beiden Orten arbeiteten. Dargestellt sind unter anderem stark abstrahierte Pflanzen und geometrische Muster. Gut für die Engländer, dass damals der Brexit noch nicht vollzogen war. Sonst hätten die Handwerker von der Mosel wohl kaum eine Arbeitserlaubnis für Londinium bekommen.

Manchmal hat Geschichte eben doch ein Näschen fürs richtige Timing. Nicht nur, was den binationalen Fachkräfte-Austausch angeht. Man stelle sich (obwohl es eine fürchterliche Vorstellung ist) nur einmal vor, der Ex-„Präsi­dent” der USA wäre noch in Amt und Unwürden. Vermutlich hätte er sein gesamtes Militärarsenal aus Europa umgehend seinem Herrchen in Moskau zur Verfügung gestellt und damit seine grenzenlose Unterwürfigkeit gegenüber dem bewunderten Despoten bewiesen – vielleicht in der Hoffnung, dass der ihm irgendwann beim Bau des Grenzwalls zu Mexiko behilflich geworden wäre.

Zum Schluss noch ein Gerücht aus der ewig brodelnden Journalistenküche. Ex-„Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt, dessen grenzenlose Liebe zu Frauen mit nicht zu lange zurückliegendem Geburtsdatum eine glänzende Karriere im von balkendicken Überschriften geprägten Hochglanzjournalismus im vergangenen Oktober jäh beendete, hat eine wirklich große Marktlücke entdeckt: Er will einen eigenen Fernsehsender gründen. Er arbeite an etwas Neuem und versuche, Leidenschaft und Emotion in reichweitenstarkes Fernsehen (boah ey!) zu übersetzen, sagte der 41-Jährige Vollblut-Medienmensch in einem Podcast-Gespräch mit dem Chefredakteur des auf politisch und gesinnungsmäßig gleicher Wellenlänge sendenden beziehungsweise druckenden Magazins „Cicero“, Alexander Margu­ier. Womit das eingangs erwähnte Gerücht zumindest auf kollegialen Stützbalken ruht.

Bisher allerdings noch nicht bestätigt ist ein Gerücht zur Stellenbesetzung, demzufolge ausschließlich junge und jüngste Praktikantinnen und Volontärinnen die Sendeanstalt mit Nachrichten und den Chef unter anderem mit Kaffee versorgen sollen. no/dpa