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Intendant mit Managerqualitäten gesucht

Intendant mit Managerqualitäten gesucht

Der Entschluss steht fest: Das Trierer Theater soll als Drei-Sparten-Haus mit eigenem Ensemble in die Zukunft geführt werden. Ein Zeitplan für die wirtschaftliche Umstrukturierung des Theaterbetriebs steht bereits, das Finanzierungskonzept wackelt noch.

Trier. Der Trierer Stadtrat, Oberbürgermeister Klaus Jensen, Kulturdezernent Thomas Egger und die beiden Dezernentinnen im Stadtvorstand sind sich einig: Im Trierer Theater soll es trotz schwerster Finanznöte mit eigenem Ensemble und mit Ballett, Musiktheater und Schauspiel weitergehen. Das hatte der Stadtrat beantragt. In der Ratssitzung am Dienstag legte der Stadtvorstand ein entsprechendes Konzept vor. Der Rat stimmte zu.
Die Beschlussvorlage weist bereits einige konkrete Eckpunkte für die wirtschaftliche Umstrukturierung des Theaterbetriebs aus. So soll der nächste Intendant nicht mehr nur die künstlerische Verantwortung für das Haus tragen, sondern auch die organisatorische und finanzielle. Bislang verteilen sich künstlerische und wirtschaftliche Leitung auf zwei Posten. Deutlich wird der Wunsch nach mehr wirtschaftlicher Effizienz an der Überschrift der Stellenanzeige, die in den nächsten Tagen ausgeschrieben werden soll: Gesucht wird ein "Intendant mit Managementschwerpunkt". Bewerbungsfrist läuft bis 31. Dezember. Am 3. April 2014 soll der Stadtrat sich für einen der Bewerber als neuen Intendanten zur Spielzeit 2015/16 entscheiden. Um die Umstrukturierung des Theaterbetriebs bis spätestens zum Start der neuen Intendanz zu stemmen, soll zusätzlich kurzfristig - und zumindest zunächst befristet - ein Marketing- und Vertriebsprofi eingestellt werden. Nach Vorstellung der Stadtverwaltung soll dieser unter anderem Sponsorenverträge an Land ziehen.
Um den Theaterbetrieb kostengünstiger und flexibler zu machen, soll das Haus künftig nicht mehr als städtisches Amt geführt werden, sondern ein rechtlich und wirtschaftlich selbstständiger Betrieb sein. Ob in Form einer Anstalt des öffentlichen Rechts, einer GmbH oder einer gemeinnützigen GmbH steht dabei noch nicht fest und soll mithilfe externer Berater entschieden werden.
Uneins ist sich der Trierer Stadtrat darüber, ob das marode Theatergebäude saniert oder ein Neubau zumindest ins Auge gefasst werden soll. Die Grünen wollen das Haus am Standort sanieren. "Lassen wir uns auf eine Neubauprüfung ein, laufen wir Gefahr, ganz andere Dimensionen etwa bei Theatertechnik und Raumprogramm zu kommen - die massiv die Kosten nach oben treiben könnten", sagte Dominik Heinrich, der für die Grünen im Rat sitzt.
Jede Karte wird subventioniert



Ulrich Dempfle (CDU) erklärte dagegen: "Ein Neubau hat Charme - ein neues Theater könnte in Kombination mit einem Kongresscenter entstehen. Die gemeinsame Bewirtschaftung eines solchen Komplexes könnte uns vielleicht viel Geld sparen."
Wie der Theater-Um- oder Neubau und der dauerhafte Betrieb finanziert werden soll, steht noch nicht fest. "Dass das Land die Hälfte der Kosten trägt, wie von uns vorgesehen, halte ich angesichts der Schuldenbremse, die Mainz einhalten muss, für mehr als fraglich", sagte Tobias Schneider (FDP). Bislang wird jede Eintrittskarte ins Trierer Theater mit rund 154 Euro von der öffentlichen Hand subventioniert.