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István Dénes ehem. Generalmusikdirektor Trier ungarischer Liszt-Preis

Musikpreis : „Herausragend und beispielhaft“

Hohe Ehre für den früheren Trierer Generalmusikdirektor István Dénes: Er erhält den ungarischen Liszt-Preis für das Jahr 2021.

Der Dirigent und Komponist István Dénes, ehemaliger Generalmusikdirektor am Städtischen Theater in Trier,  erhält in diesem Jahr den Ferenc-Liszt-Preis des ungarischen Staates. Gerade hat er die Ernennungs-Urkunde des ungarischen Kulturministers Miklós Kásler als Anerkennung seines „herausragenden und beispielhaften Wirkens“ bekommen (siehe Extra).

István Dénes war von 1995 bis 2008 Generalmusikdirektor der Stadt Trier und war danach tätig als freischaffender Dirigent und Pianist, unter anderem in Budapest, in Prag, in Hradec Kralové (Königgrätz). Denes profilierte sich auch bei Uraufführungen: einem „Requiem“ des tschechischen Komponisten Juraj Filas (*1955) und einem „Kreuzweg“

des Slowaken Lukáš Hurník (*1967). Das 5. Trierer Sinfoniekonzert am 25. Februar 2021 sollte Beethoven zum 250. Geburtstag seine Reverenz erweisen und Dénes als Komponisten und Bearbeiter darstellen.  Schwerpunkt sollte Liszts Sonate  „Nach einer Lektüre von Dante“ in der Orchesterfassung von Dénes sein. Außerdem waren „Fanfare und Choral“ von Dénes und eine „Begegnung im Mondschein“ von Beethoven/Dénes vorgesehen.

Das ehrgeizige Projekt musste wegen Corona verschoben werden. Überhaupt erwies sich das Virus als schmerzliche Blockade. Dénes dazu wörtlich: „Leider mussten wir unsere Jubiläumskonzert mit dem Trierer Philharmonikern schon zweimal verschieben, wobei wir auch die ‚Dante-Sonate‘ in meiner Orchesterversion spielen sollten. Wann wir wieder spielen sollen – dürfen – können, weiß niemand mehr.“ In Budapest bereiten wir uns vor – wenn das Virus es uns erlaubt, natürlich online, konzertant –, auf die Premiere von Franz Schmidts Oper „Notre Dame“. Sonst nutze ich die Zeit fürs Komponieren.“

Zur gegenwärtigen politischen Situation äußert sich Dénes nur sehr vorsichtig. Die aktuellen Konflikte in Ungarn und mit der Europäischen Union liefen größtenteils an der Musik vorbei, sagt er und betont: Ein gesundes Misstrauen gegenüber allen Medien sei sicher nicht von Nachteil. Auch auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise im Jahr 2015 habe man die „WestsideStory“ geprobt und von der schwierigen Situation am Budapester Bahnhof gar nichts mitbekommen.