Italienische Entdeckung

Italienische Entdeckung

TRIER. (bre) Es gilt, eine wahre Entdeckung zu feiern: die junge italienische Pianistin Valentina Messa. Sie gehörte zu den Ausführenden in der Konzertmatinee des Philharmonischen Orchesters im Theater Trier.

Unter der Leitung von Franz Brochhagen spielte das Philharmonische Orchester zunächst die Ouvertüre zu Mozarts Oper "Idomeneo". An bekanntere Ouvertüren, wie die zu "Figaros Hochzeit", erinnert in diesem Werk wenig. Das Orchester spielte solide und verlässlich. Das einleitende Allegro zu Mozarts dunklem und dramatischem Klavierkonzert d-moll KV 466 zeigte es wieder einmal: Die Akustik im Haus ist zu trocken und macht es schwierig, bei der gebrochenen Orchesterarbeit im Hauptthema dieses Kopfsatzes den großen Bogen zu wahren. Aber welch eine Pianistin hatte man für das Mozart-Konzert gewinnen können. Die Italienerin Valentina Messa, Jahrgang 1979, hat bisher relativ selten mit Orchestern musiziert. Das tat ihrem Spiel aber keinen Abbruch, denn sie ist Kammermusikerin aus Überzeugung. Messa spielt seit ihrem siebten Lebensjahr Klavier, und ihr Vorbild ist der große Russe Swjatoslaw Richter. Das ist ihrem Spiel anzuhören, ohne dass sie dabei ins Kopieren verfällt. Sie produziert einen ungemein vollen und warmen Ton, in dessen Rahmen sie gleichzeitig über ein reiches Spektrum an Klangfarben verfügt. Ihre Technik ist makellos, und von ihrer Atem- und Phrasierungskunst könnte und sollte sich mancher eine Scheibe abschneiden.