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Jazz für Fortgeschrittene: Quartett Deep Schrott spielt in Nohn

Jazz für Fortgeschrittene: Quartett Deep Schrott spielt in Nohn

Rund 50 Zuhörer haben das Konzert von Deep Schrott, dem angeblich einzigen Bass-Saxofon-Quartett des Universums, gehört. Die Gäste im Kulturzentrum Faber Ludens in Nohn (Verbandsgemeinde Hillesheim) zeigten sich begeistert von der Musik, die aber eher etwas für Fortgeschrittene ist.

Nohn. Es ist eine Konzertstätte, die anders ist. Statt aufwendiger Veranstaltungsräume spielt die Musik in einem ehemaligen Klassenzimmer. Das Publikum sitzt auf Gartenstühlen aus Plastik. Eintritt muss niemand zahlen, Spenden sind aber erwünscht.
Es ist aber auch ein etwas anderes Konzert. Die Musik des Bass-Saxofon-Quartetts mit Wollie Kaiser, Andreas Kaling, Jan Klare und Dirk Raulf ist nicht das, was täglich im Radio gespielt wird. Dabei zeigt das Quartett, bei dem jedes Mitglied das gleiche Instrument, eben ein Bass-Saxofon, spielt, welche unterschiedlichen Töne einem solchen Blasinstrument zu entlocken sind.
Dirk Raulf übernimmt die Moderation und sagt, was gespielt wird. Das ist mitunter auch hilfreich, denn oft sind es bekannte Melodien, die neu arrangiert wurden und nur noch schwer zu erkennen sind.
Da ist zum Beispiel "Blowin\' in the wind" von Bob Dylan. Die vier Musiker erzeugen Windgeräusche mit ihren Saxofonen, die man zuvor bei Dylan nie so gehört hat. "Sie sind sehr tapfer", sagt Raulf nach einigen Stücken.
Tapfer müssen die Zuhörer nicht wirklich sein, denn die Musik ist zwar anders, aber gut. Wenn es jedoch ins Metal-Fach geht, dann ist tatsächlich Mut gefordert. Eine Sequenz, bei der alle vier Musiker einen ziemlich schrillen hohen, fast schmerzhaften Ton erzeugen, der gefühlt einige Minuten anhält, nötigt den einen oder anderen Konzertbesucher dazu, sich die Ohren zuzuhalten.
Abseits vom Mainstream


Abseits vom Mainstream, das ist auch das Programm von Alexander Schmid, der das Kulturzentrum Faber Ludens betreibt. Mit wechselndem Erfolg und nicht durchgehend. Am Anfang habe man vor fast leerem Haus gespielt, erzählt er. Mittlerweile sei es so etwas wie ein Geheimtipp.
Und so sind beim Konzert von Deep Schrott vor der Tür auch Autokennzeichen aus Trier, Euskirchen oder den Niederlanden zu sehen. Wie Schmid sagt, nehmen die Musiker keine Gage. Sie bekommen aber die Spenden. "Viele sind auf der Durchreise", sagt Schmidt. So war es auch für Deep Schrott ein Zwischenstopp und eine Art Generalprobe.
Kulturarbeit lag zwei Jahre brach


In den vergangenen zwei Jahren lag die Kulturarbeit im Faber Ludens etwas brach. Schmid war zwei Jahre in Frankreich, um dort ein Kulturzentrum aufzubauen. Gescheitert sei er aber an der Bürokratie, erzählt er. So ist der Künstler und Grafikdisigner wieder zurück in die Eifel gekommen. Und er wird dort künftig weiterhin Ausstellungen machen sowie Konzerte und Vorträge organisieren. noj