1. Region
  2. Kultur

Jazz mit Intuition und Tiefgang

Jazz mit Intuition und Tiefgang

Irgendwo zwischen Blues, Bebop und Swing: Das Joachim Schoenecker Trio hat zusammen mit Bert Joris in der Tufa Trier gespielt.

Trier. (ae) Das vom Jazzclub Trier veranstaltete Konzert des Joachim Schoenecker Trios in der Tufa Trier ist eins, bei dem einfach alles selbstverständlich und stimmig wirkt. Die Musiker, Gitarrist und Bandleader Joachim Schoenecker, seine Triokollegen, die WDR-Bigband-Mitglieder John Goldsby (Bass) und Hans Dekker (Drums), sowie Gast Bert Joris (Trompete) strahlen die souveräne Harmonie von tiefem Verständnis ohne Worte aus. Die Klänge ihrer Instrumente verknüpfen sich filigran abgestimmt zu einer Musik, die auf ganz intimer Ebene das Gefühl berührt und gleichzeitig den Verstand besticht. Ausgangspunkt ist das warm getönte Gitarrenspiel des introvertiert wirkenden Joachim Schoenecker. Der Virtuose zaubert griffige melodiöse, mal sanfte, mal rasende Läufe aus den Saiten, mit denen er die Atmosphäre der irgendwo zwischen Blues, Bebop und Swing angesiedelten Stücke bestimmt. Kongenial greift der anderer Saitenkünstler, John Goldsby am Bass, die feinen Fäden auf und flicht sie in Gespinste, die sich über ein von Hans Dekker mit großer Sensibilität geformtes rhythmisches Grundgerüst legen. Wunderbar abgerundet wird das Ganze durch die lyrischen bis kraftvollen Soli des führenden belgischen Trompeters Bert Joris, der überdies Eigenkompositionen wie die wunderschöne Ballade "Anna" beisteuert. Das Quartett wird mit viel Applaus verabschiedet, für einen Abend, der gepflegten Genuss, Entspannung und Tiefgang gleichermaßen geboten hat.