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Jazz, Politik und große Namen der Filmwelt - Berlinale startet mit Django

Jazz, Politik und große Namen der Filmwelt - Berlinale startet mit Django

Die Berlinale zeigt als ersten von 3 99 Streifen ein Porträt des Musikers Django Reinhardt.

Berlin (dpa) Jazziger Auftakt: Mit der Weltpremiere des Künstlerporträts "Django" wird am heutigen Donnerstag die 67. Berlinale eröffnet. Damit startet das elftägige Festival musikalisch und gleichzeitig politisch. Der Film erzählt vom Schicksal des französischen Jazz-Gitarristen Django Reinhardt und seiner Flucht aus dem von den Deutschen besetzten Paris im Jahr 1943.

Zur Eröffnungsgala im Berlinale-Palast am Potsdamer Platz werden neben Regisseur Etienne Comar auch "Django"-Darsteller Reda Kateb ("Zero Dark Thirty", "Die schönen Tage von Aranjuez") und Schauspielerin Cécile de France erwartet. Durch den Galaabend mit mehr als 1600 Gästen führt Comedystar Anke Engelke. "Django Reinhardt war einer der schillerndsten Vorreiter des europäischen Jazz und Begründer des Gypsy-Swing", so Berlinale-Direktor Dieter Kosslick. "Zu Django Reinhardts Zeit wurden Sinti von den Nazis verfolgt und schikaniert und im Konzentrationslager umgebracht. Und da sind wir dann wieder ganz in der Gegenwart, in der Sinti und Roma, aber auch Homosexuelle und andere Minderheiten in vielen Ländern immer noch verfolgt werden."

Mit dem Musiker-Biopic "Django" gibt der Franzose Etienne Comar sein Debüt als Regisseur. Er arbeitete dafür eng mit Django Reinhardts Enkel David zusammen. Bislang hat sich Comar vor allem einen Namen als Produzent und Drehbuchautor gemacht - zum Beispiel bei dem auf Tatsachen beruhenden Drama "Von Menschen und Göttern" (2010) über die Ermordung von sieben Trappisten-Mönchen eines Klosters im algerischen Atlas-Gebirge. Die Titelrolle in "Django" spielt der französische Schauspieler Reda Kateb als Künstlergenie voller Widersprüche. An seiner Seite ist Cécile de France ("Der Junge mit dem Fahrrad") als Reinhardts Geliebte Louise zu sehen. Django Reinhardts mitreißende Musik wurde für den Film von der niederländischen Jazzband Rosenberg Trio neu eingespielt.

"Django" konkurriert auch im offiziellen Wettbewerb um den Goldenen Bären und die Silbernen Bären. Insgesamt 18 Filme unter anderem aus Deutschland, Frankreich, Finnland, Japan, Rumänien, Portugal, Chile, Südkorea und Polen buhlen um die begehrten Berlinale-Trophäen (siehe Extra). Stars wie Richard Gere, Penélope Cruz, Robert Pattinson, Hugh Jackman und Catherine Deneuve werden erwartet. Insgesamt 399 Filme aus aller Welt sind in den verschiedenen Festivalreihen von Wettbewerb bis Forum des Jungen Films zu sehen. Über die Gewinner der Bären entscheidet die internationale Jury unter Vorsitz den niederländischen Regisseurs Paul Verhoeven ("Elle", "Basic Instinct"). In dem siebenköpfigen Gremium sitzen auch Schauspielerin Julia Jentsch ("24 Wochen"), der isländische Künstler Olafur Eliasson, US-Star Maggie Gyllenhaal und der mexikanische Schauspieler Diego Luna ("Rogue One: A Star Wars Story").

Gleich drei deutsche Regisseure haben Chancen auf den Goldenen Bären: Volker Schlöndorff ("Die Blechtrommel") ist mit dem Liebesdrama "Rückkehr nach Montauk" im Wettbewerb. In der Hommage an Max Frischs Erzählung "Montauk" spielen Nina Hoss und Stellan Skarsgard die Hauptrollen. Andres Veiel ("Black Box BRD") schickt seinen Dokumentarfilm "Beuys" über den Aktionskünstler Joseph Beuys ins Rennen. Thomas Arslan ("Ferien") ist mit seinem Vater-Sohn-Roadmovie "Helle Nächte" am Start. Moritz Bleibtreu ist Star der Nachkriegskomödie "Es war einmal in Deutschland..." von Sam Garbarski ("Irina Palm"), die als Special läuft. Matti Geschonnecks Bestseller-Verfilmung "In Zeiten des abnehmenden Lichts" mit Bruno Ganz und Sylvester Groth läuft ebenfalls außer Konkurrenz - aber als Weltpremiere vor großem Publikum.18 FILME IM RENNEN UM DEN GOLDENEN BäREN

Extra

 Spielt den berühmten französischen Jazz-Gitarristen Django Reinhardt: der Schauspieler Reda Kateb. Foto: dpa
Spielt den berühmten französischen Jazz-Gitarristen Django Reinhardt: der Schauspieler Reda Kateb. Foto: dpa Foto: Roger Arpajou (Berlinale)

(dpa) Bei der 67. Berlinale gehen 18 Filme aus aller Welt ins Rennen um den Goldenen und die Silbernen Bären. Weitere Regiearbeiten werden außer Konkurrenz und in verschiedenen Festival-Reihen gezeigt. Insgesamt sind bei den bis zum 19. Februar laufenden Berliner Filmfestspielen 399 Filme zu sehen. Im Wettbewerb stehen: "Rückkehr nach Montauk" von Volker Schlöndorff (Deutschland), mit Nina Hoss, Stellan Skarsgard, Susanne Wolff "Beuys" von Andres Veiel (Deutschland) "Helle Nächte" von Thomas Arslan (Deutschland), mit Georg Friedrich, Tristan Göbel, Marie Leuenberger "Wilde Maus" von Josef Hader (Österreich), mit Josef Hader, Pia Hierzegger, Georg Friedrich, Denis Moschitto "Django" von Etienne Comar (Frankreich/Eröffnungsfilm), mit Reda Kateb, Cécile de France "The Party" von Sally Potter (Großbritannien), mit Patricia Clarkson, Bruno Ganz, Cillian Murphy, Kristin Scott Thomas, Timothy Spall "The Dinner" von Oren Moverman (Israel/USA), mit Richard Gere, Laura Linney, Steve Coogan, Rebecca Hall, Chloe Sevigny "Die andere Seite der Hoffnung" ("Toivon tuolla puolen") von Aki Kaurismäki (Finnland) "Félicité" von Alain Gomis (Frankreich) "Pokot" von Agnieszka Holland (Polen) "On the Beach at Night Alone" ("Bamui haebyun-eoseo honja") von Hong Sang-soo (Südkorea) "Joaquim" von Marcelo Gomes (Brasilien) "Mr. Long" von Hiroyuki Tanaka alias Sabu (Japan) "Ana, mon amour" von Calin Peter Netzer (Rumänien) "Colo" von Teresa Villaverde (Portugal) "On Body and Soul" ("Teströl és lélekröl") von Ildiko Enyedi (Ungarn) "Una Mujer Fantástica" von Sebastián Lelio (Chile) "Einen schönen Tag noch" ("Hao ji le") von Liu Jian (China)