Jazz-Schlagzeugerin Eva Klesse erhält in Trier den JTI-Jazz-Award

Mosel Musikfestival : Virtuose Jazz-Preisträgerin

Eva Klesse hat den JTI-Jazz-Award erhalten. Mit ihrem Quartett präsentierte sich die Preisträgerin, die auch Professorin für Jazzschlagzeug in Hannover ist, dem Trierer Publikum.

Über 150 Zuschauer sind am Donnerstagabend ins Tagungszentrum der Industrie- und Handelskammer gekommen, um die Verleihung des seit zehn Jahren vergebenen, renommierten Preises für herausragende Leistungen in der Jazz-Musik zu sehen. Und zu hören. Denn die Preisträgerin, Eva Klesse, spielt selbstverständlich ein kleines Konzert und zeigt, dass sie zu Recht ausgezeichnet wurde.

Die hochkarätig, unter anderen mit den Jazz-Redakteuren des Norddeutschen und Saarländischen Rundfunks besetzte Jury des von der Tabakfirma JTI gestifteten Preises würdigte vor allem die große Spielfreude, Virtuosität und soziale Kompetenz der 1986 geborenen Eva Klesse als Bandleaderin. Davon können sich die Musikliebhaber und Honoratioren live überzeugen, strahlend betritt das Quartett die Bühne, leider ist die Sicht aus den hinteren und seitlichen Reihen etwas eingeschränkt. Man muss schon die Köpfe recken, um auch den optischen Genuss, den die Trierer Bürgermeisterin Elvira Garbes besonders hervorhebt, teilen zu können. Eva Klesse am Schlagzeug lobt ihre Kollegen: „Ohne sie wäre das alles hier nicht passiert.“ Evgeny Ring (Saxophon), Philip Frischkorn (Piano) und Stefan Schönegg am Kontrabass verstehen sich blind, ihre Kompositionen sind innovativer, lässiger Jazz, der aber trotzdem eingängig bleibt. Das ist mal ruhiger, mit praller Intensität, mal voller Groove und mit mächtigem Drive. Musikalischer Glanzpunkt Ist die Suite „Hal Incandenza“ nach der Hauptfigur des Roman-Monsters „Unendlicher Spaß“ von David Foster-Wallace, ein mystischer Spiegel des Protagonisten, humorvoll und gleichzeitig von Tragik geprägt.

Klesse ist weit mehr als eine Trommlerin, sie rührt, schabt, bürstet, streichelt, zupft, wippt und schlägt an ihrem Instrument, notfalls auch auf ihren eigenen Oberschenkeln. Beeindruckend intensiv!

Die 7500 Euro Preisgeld will die bescheidene Westfälin auch dazu verwenden, Gutes zu tun und teilweise für die Flüchtlingsrettung im Mittelmeer spenden.

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