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Junge Europäer zeigen bunte Visionen

Junge Europäer zeigen bunte Visionen

Über Grenzen hinweg haben 38 europäische Kunststudenten kreativ zusammengearbeitet. Ihre Werke sind nun in Trier ausgestellt. Der Titel: "Physis - Vision und Illusion".

Trier "Wir schaffen das!" Das Kanzlerwort ist dieser Tage, leicht variiert, auch in Trier vielerorts zu hören: "Sie schaffen das", glaubt jedenfalls auch Andrea Conrad und meint damit die vereinten Kräfte von Kunst und jugendlicher Kreativität zur Daseinsbewältigung. Wie andere ist auch die studierte Theatermacherin, Autorin und Kunstmanagerin aus Berlin von der unverzichtbaren gesellschaftlichen Rolle des Kunstschaffens überzeugt.
Einen "Tempel für die Kunst" forderte zur Eröffnung die Kuratorin der Ausstellung "Physis - Vision und Illusion" in der Europäischen Kunstakademie Trier. Der ist eher sinnbildlich zu verstehen, eben als jenes internationale Netzwerk, dem das Projekt "Physis" gilt und dessen Leiter der Ehemann der Kuratorin, der Maler Gunnar Conrad, ist. Entstanden ist Physis 2012 als europäisches Projekt der Initiative Internationale Jugend-und Herbstakademie Assisi. Ziel der vom Erasmus-Programm geförderten Maßnahme ist die interdisziplinäre künstlerische Zusammenarbeit.
Für die Trierer Ausstellung waren 38 Studenten von Kunsthochschulen in Thessaloniki, Palermo, Viadrina und Trier für einige Wochen zu einem Arbeitsaufenthalt nach Berlin geladen worden. Ein Teil der dort entstandenen Werke ist jetzt in der Kunsthalle der Akademie überm Moselufer zu sehen.
Einmal mehr freute sich Oberbürgermeister Wolfram Leibe über das positive Beispiel europäischer Zusammenarbeit. Visionen und Illusionen setzen die jungen Künstler fantasievoll mittels Malerei, Aquarell, Fotografie, Video, Grafik, Installation und Objektkunst ins Bild. Wie bei jeder Art von Fiktion bleiben die Aussagen subjektiv und zuweilen angesichts ihrer jungen Autoren doch erstaunlich brav.
Eine Ausnahme bildet da Alessia Cinà, die sich mit ihrem Video vehement gegen die Macht der zeitgeistigen Bilderflut zur Wehr setzt. Eine virtuose Kohlezeichnung, die an uralte Bäume und ihre antiken Mythen erinnert, legt Panagiotis Karampampas vor. Die Auseinandersetzung mit dem menschlichen Sosein ist ein künstlerischer Dauerbrenner. Das Menschenbild von Kunststudent Christos Beis ist bunt und ein wenig poppig, "Ich möchte die Vielfalt und Widersprüchlichkeit des menschlichen Wesens zeigen", sagt der junge Grieche.
Kunst als europäische Gemeinschaftsleistung demonstrieren David Schmitz und Nikos Tsikouras. Der Student der Hochschule Trier und sein griechischer Kollege haben zusammen die eindrückliche abstrakte Arbeit "Alpha" als Mischtechnik gestaltet. "Der permanente Dialog, schon bei der Planung, war uns ganz wichtig", bekräftigt Schmitz. Da mussten nicht einmal immer viel Worte gemacht werden. "Manchmal genügten schon Gesten", berichtet Tsikouras.
Die Ausstellung läuft bis zum 6. April; geöffnet ist sie dienstags bis samstags von 11 bis 17 Uhr; Weitere Infos unter Telefon 0651/998460 oder auf <%LINK auto="true" href="http://www.eka.de" text="www.eka.de" class="more"%>