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Junge Stimmen, die Räume erobern

Junge Stimmen, die Räume erobern

3000 Kinder und Jugendliche befinden sich derzeit zum Chorfestival der Pueri cantores in Trier. Mit welchen Qualitäten die Kinder- und Jugendchöre aufwarten können, zeigten drei von ihnen in einem Wandelkonzert.

Trier. "Da braucht einem um die Chormusik nicht mehr bange zu sein." Das sagte eine Konzertbesucherin nach dem Ende eines von drei Konzerten, zu dem das Chorfestival eingeladen hatte. Spielorte waren der Trierer Dom, die Liebfrauenkirche und die Konstantin-Basilika. Angetreten waren die Mädchenkantorei der Pfarre St. Remigius aus dem westfälischen Borken, der Paderborner Domchor und der Kathedraljugendchor des Trierer Doms.
Auch, wenn viele der Sänger so sehr unter der Hitze litten, dass sie später behandelt werden mussten - schier unmöglich wäre es, bei diesen drei Klangkörpern eine qualitative Abstufung vorzunehmen, denn alle Chöre sangen auf einem Niveau, das die Aussage der Konzertbesucherin mit einem bestätigenden Ausrufezeichen krönte.
Das besondere an den Konzerten war, dass es sich jeder Chor zur Aufgabe gemacht hatte, eine Uraufführung in sein Programm aufzunehmen. Die Westfalen, unter der Leitung von Kantor Thomas König, widmeten sich im Dom dem "O gloriosissimi", das der Luxemburger Camille Kerger nach einem Text von Hildegard von Bingen vertont hat. In der Basilika führte Domkapellmeister Thomas Berning die Paderborner durch die Partitur von John Barnard, der den Text "Herr, du hast die Welt gestaltet" aus dem Stundenbuch in ein neues musikalisches Kleid gehüllt hatte.
In der Liebfrauenkirche schließlich interpretierten die Gastgeber unter Domkapellmeister Thomas Kiefer die Passage eines Textes, der vom zweiten Vatikanum stammt. Unter der Überschrift "Dann erstrahlt ..." hat Thomas Jennefelt die dringende Notwendigkeit des Weltfriedens in Musik gegossen.
Die Atmosphäre, die bei allen drei Konzerten entstand, als die jungen Stimmen die Räume eroberten, war beeindruckend. Aber auch die technische Meisterschaft, mit denen die Chöre aufwarten konnten, ließ staunen. Dabei stand nicht nur zeitgenössische Literatur auf dem Programm.
Auch Heinrich Schütz (Herr, auf dich traue ich), Felix Mendelssohn Bartholdy (Richte mich, Gott) und Claudio Monteverdi (Cantate Domino) standen auf den Programmen. Zu Recht bekamen alle Chöre in den jeweils sehr gut besuchten Gotteshäusern mehr als nur herzlichen Applaus. Jedes Konzert für sich war ein Kunstgenuss und eine tiefe Andacht zugleich.