Jupiter Jones präsentiert fünftes Album – Videodreh in New York, Coverbild aus Prüm

Trier · Präsent auf allen Kanälen und in vielen Radiosendern: Am Freitag erscheint das fünfte Album der Eifeler Rockband Jupiter Jones, „Das Gegenteil vom allem“ (Columbia/Sony). Der TV sprach vorab mit Gitarrist Sascha Eigner.

Jupiter Jones präsentiert fünftes Album – Videodreh in New York, Coverbild aus Prüm
Foto: Privat
 Jupiter Jones spielen für die SWR-Landesschau an der Pleiner Mühle.

Jupiter Jones spielen für die SWR-Landesschau an der Pleiner Mühle.

Foto: Ursula Quickert
 Die Band Jupiter Jones mit Sänger Nicholas Müller spielt 2011 im Studentenhaus an der Uni Trier ein Akustik-Konzert.

Die Band Jupiter Jones mit Sänger Nicholas Müller spielt 2011 im Studentenhaus an der Uni Trier ein Akustik-Konzert.

Foto: Sven Eisenkraemer

Irgendwo in einer Prümer Mietwohnung. Die Schrankwand schreit Siebziger, davor sitzt ein dreijähriger Junge mit wachen Augen und einem dicken Kopfhörer auf den Ohren. Es ist über drei Jahrzehnte alt, das Bild, das es aufs Cover des neuen Jupiter-Jones-Albums geschafft hat. Für die Älteren sieht es nach Farbfilm- und Ford-Taunus-Welt aus, für die jüngeren nach Instagram-Filter.

Der Junge auf dem Bild trägt inzwischen Vollbart, Basecap und Tattoo auf der Brust - und er, Sascha Eigner, war am Donnerstagmorgen noch im ARD-Morgenmagazin zu erleben, mit seiner Band Jupiter Jones. Pop und Punkrock, morgens um 6.50 Uhr. Nur einer von Dutzenden Promoterminen der Band rund ums neue Album. "Im Moment ist jeder Tag brechend voll mit Interviews. Zwei Wochen lang reisen wir nur kreuz und quer durchs Land", sagt Sascha Eigner, der bei Jupiter Jones gemeinsam mit Sänger Nicholas Müller für die Kompositionen zuständig ist.

Wie es zur Coverauswahl kam? "Das Bild hängt bei mir im Flur, in einer Collage von Familienbildern", sagt der Gitarrist, der vor einigen Jahren von der Eifel nach Hamburg gezogen ist. "Ich stehe total auf die 70er. Das Bild steht durch die Kopfhörer für Musik, durch die Bücher im Hintergrund auch für Literatur." Sascha Eigner schlug es den Bandkollegen als Covermotiv vor - und die fanden's cool. Auch das Booklet zum fünften Album, dem zweiten beim Branchenriesen Sony, kommt im Retrolook daher. Welche Musik er damals gehört hat? Daran kann er sich beim besten Willen nicht mehr erinnern. Und dass Jupiter Jones mal von der Musik leben könnte, das war vor dem Erfolg der Single "Still" alles andere als gesetzt.

Die Zeiten, in denen die Band für 20 Euro und eine Kiste Bier vor zehn Leuten spielte oder sie beim Trierer "Bunker Bebt"-Festival als erste Band auf der kleinsten Bühne ranmusste, die sind lange vorbei. Auch wenn die würdevoll verranzten Schuppen manchmal noch reizen: "Wir machen eine Warm-up-Tour durch Punkrock-Läden, in denen wir ewig nicht gespielt haben - wie in Jena oder Oberhausen", sagt Sascha Eigner.

Als Support kommt die Trierer Punkrockband Love A mit. "Wir finden die super - und die hatten auch Bock drauf." Bei der größeren Hallentour im November ist mit Monoshoque ebenfalls eine Band aus der Region dabei. Der Name des neuen Albums soll auch Programm sein. "'Das Gegenteil von allem' - das gibt's eigentlich nicht." Irgendwann warf Nicki den Titel in den Raum. "Die erste Reaktion von Hont (=Schlagzeuger Marco Hontheim) war: ‚Das passt doch super, das trifft auf uns zu. Wir sind das Gegenteil von allem, kein Pop, kein Rock. Die Schubladen passen nicht'", erinnert sich der Gitarrist.

Viele Stile, aber immer erkennbar Jupiter Jones, das ist für Sascha das "Alleinstellungsmerkmal". So ist es weder Kalkül noch große Überraschung, dass nach der fast brachialen Punkrocknummer "Denn sie wissen, was sie tun" mitsamt Duell zwischen Nicki Müller und Ferris MC bei der ersten Single nun wieder viel Pop im Spiel ist. Für das Video zu "Rennen + Stolpern" reisten Jupiter Jones für sechs Tage nach New York. Etwas ganz Besonderes für die aus dem Prümer Land stammende Band, sagt Sascha Eigner: "Es war für uns alle der erste Langstreckenflug. Wir mussten die Plattenfirma ein bisschen überreden, das ist ja nicht billig." Aber sie seien vom Ergebnis begeistert gewesen.

Die Tourplanung ist für die Fans in der Region noch nicht so begeisternd (kürzeste Anreise aus Trier: Saarbrücken, Garage, 16. November). Sascha Eigner geht aber davon aus, dass die alte Heimat - in Wittlich hat die Band immer noch einen Probenraum - bei der nächsten Planung wieder bedient: "Eine Release-Show hat sich leider aus Termingründen zerschlagen. Aber nächstes Jahr ergibt sich bestimmt wieder ein Konzert in Trier oder eine ‚Lokalrunde' in Prüm."

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort