Kaleidoskopische Weltmusik mit Schmackes

Saarburg/Bern · Abfalleimer, von der Firma J. Ochsner AG patentiert, standen bei der Gründung der Schweizer Band Patent Ochsner vor 25 Jahren Pate. Die Musiker aus der Schweiz geben am Freitag in Saarburg eines ihrer wenigen Deutschlandkonzerte - mit Songs vom neuen Album Finitolavaro.

Kaleidoskopische Weltmusik mit Schmackes
Foto: 75863416 (g_kultur

Saarburg/Bern. Große instrumentale Vielfalt und Schweizer Mundart haben die Band Patent Ochsner in ihrer Heimat bekannt gemacht. Am Freitag, 12. Juni, kommt die Gruppe zum Konzert nach Saarburg. Gegründet wurde die Band 1990 von Büne (Hanspeter) Huber. Der gelernte Metallbauschlosser und Sozialpädagoge schreibt seine Texte meist auf Schwyzerdütsch und komponiert die Musik. TV-Mitarbeiter Alexander Schumitz hat mit dem 53-Jährigen gesprochen. Patent Ochsner ist in der Schweiz sehr bekannt. Woran liegt das? Büne Huber: Es könnte möglicherweise daran liegen, dass wir seit vielen Jahren unsere Arbeit gut machen. Im Gegenzug dazu ist die Gruppe in Deutschland kaum bekannt. Und das obwohl deutschsprachige Musik seit einigen Jahren wieder im Trend liegt.Liegt das auch daran, dass die Deutschen Probleme haben könnten, ihren schwyzerdütschen Dialekt zu verstehen? Huber: Das glaube ich weniger. In der Musik steht die Sprache im Hintergrund. Es spielt schließlich keine Rolle, in welcher Sprache man nichts zu sagen hat.Ist es die Sprache, die den besonderen Charme Ihrer Musik ausmacht? Huber: Nein. Die Sprache ist nur ein verschwindend kleiner Teil.Inwieweit trägt Patent Ochsner zum Heimatgefühl der Schweizer und zur Entwicklung der Schweizer Mundartmusik bei? Die Band war ja sozusagen in diesen Bereichen Trendsetter vor 25 Jahren. Huber: Ich habe nicht den Hauch einer Ahnung. Das sollen andere beurteilen. Wir machen einfach Musik, erzählen ein paar Geschichten und sehen, dass wir irgendeinen Nerv treffen. Das sollte einfach reichen. Ich bin zu faul, um mich mit diesen Fragen zu beschäftigen. Aber unter uns gesagt: Wir sind auch heute noch Trendsetter.Die Schweiz hat sich im vorigen Jahr gegen eine weitere Annäherung an die Europäische Union ausgesprochen und die Koppelung des Franken an den Euro aufgehoben. Wie sehen Sie diese Entwicklung? Wird es noch einmal eine Annäherung der Schweiz an die EU geben, oder ist dieser Zug fürs Erste abgefahren? Huber: Meiner Meinung nach kann es in der Zukunft nur um Annäherung gehen. Andererseits empfinden wir Schweizer unser System der direkten Demokratie einfach als um Längen besser, als das, was in der EU zentralistisch zusammengekaspert wird.Wie würden Sie den Musikstil von Patent Ochsner beschreiben? Huber: Als kaleidoskopische Weltmusik mit Schmackes und feingeistiger Sexualität.Die Band hat in der Vergangenheit häufig auf satte Bläsersounds gesetzt. Wie ist das auf dem neuen Album Finitolavaro? Huber: Da wird auch wieder recht leidenschaftlich geblasen. Ich meine, was sollte man anderes tun? Wenn man Bläser in der Band hat, werden die einfach eingesetzt. Man kann sie ja nicht mit auf Tour und mit auf die Bühne nehmen, und dann stehen sie einfach nur so blöde rum. Wer Lohn bezieht, hat gefälligst auch zu arbeiten. So läuft das bei uns.Was werden die Zuhörer auf der Saarburg zu hören bekommen? Auch einige ältere Lieder? Huber: Einen bunten Strauß von neuen und alten Melodien. Es wird bestimmt ein kurzweiliger Abend. Sowohl fürs Publikum als auch für uns. Wetten? itz Karten für das Konzert von Patent Ochsner am Freitag, 12. Juni, 20 Uhr, auf der Burganlage in Saarburg gibt es im TV-Service-Center in Trier.

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