| 20:54 Uhr

Kammerkonzert mit Überraschung

Catrin Stecker, Martin Bambauer und Moritz Reutlinger (von links) präsentierten sich als perfekt eingespieltes Team. TV-Foto: Gerhard W. Kluth
Catrin Stecker, Martin Bambauer und Moritz Reutlinger (von links) präsentierten sich als perfekt eingespieltes Team. TV-Foto: Gerhard W. Kluth
Trier. Die Kammerkonzerte der Evangelischen Kirchengemeinde Trier im Caspar-Olevian-Saal sind eine etablierte Reihe. Beim jüngsten Konzert konnte sie aber mit einer Überraschung aufwarten.

(gkl) Wer ist Ludwig van Beethoven? Wer ist Wolfgang Amadeus Mozart oder Johannes Brahms? Diese Frage musste man sich nach dem Kammerkonzert im Caspar-Olevian-Saal stellen, wenn man die Gespräche der rund 150 Konzertbesucher hörte. Alle sprachen nur von Nino Rota und seinem Trio für Klarinette, Violoncello und Klavier aus dem Jahre 1973. Mit Rota hatten die Klarinettistin Catrin Stecker, der Cellist Moritz Reutlinger und Basilikakantor Martin Bambauer am Flügel tatsächlich den Vogel abgeschossen. Da wurden Beethovens wunderschön gespieltes "Gassenhauer-Trio", Opus 11, und das sehr expressiv dargestellte Klarinettentrio a-Moll, Opus 114, von Johannes Brahms fast zur Nebensache.

Rota dürfte, wenn überhaupt, den meisten nur als der große Komponist von Filmmusiken wie etwa für den Streifen "Der Pate" bekannt sein. Sein übriges, äußerst üppiges Werk, bestehend aus Opern, Konzerten, Oratorien und Kammermusik, ist dagegen so gut wie unbekannt. Zu Unrecht, wie Bambauer in seiner knappen Einführung feststellte. Nachdem das dreisätzige Werk erklungen war, musste man ihm uneingeschränkt recht geben. Handwerklich im besten Sinne des Wortes gediegen und in der Aussage von "aufregend" bis hin zu "wunderschön" präsentierte sich diese Komposition, deren Anspruch an die Ausführenden nicht zu unterschätzen war.

Besonders beeindruckend war der mittlere Satz, ein einem romantisch schönen Ölgemälde gleichendes Andante. Wenn dieses Werk, wie auch die anderen Kompositionen, zu einem überragenden Erfolg wurde, dann war das vor allem den Akteuren zu verdanken, die den Eindruck hinterließen, ein perfekt eingespieltes Team zu sein. Mehr als herzlich war dann auch der Schlussapplaus.