Musik: Karl-Heinz Steffens neuer Musikdirektor in Prag

Musik : Karl-Heinz Steffens neuer Musikdirektor in Prag

In Wittlich aufgewachsener Dirigent setzt sich immer wieder neue und große Ziele. Nun hat der gebürtige Trierer wieder eine spannende Herausforderung angenommen.

Er will die Prager Staatsoper wieder zu Weltruhm bringen. Die Chancen dafür stehen bestens. Als neuer Musikdirektor kann Karl-Heinz Steffens Inhalte gestalten, muss aber auch gleichzeitig für Qualität kämpfen. Das tut der in Trier geborene und in Wittlich aufgewachsene Dirigent gerne, denn er mag das Engagement und die Verve der Prager Kollegen und Musiker.

In einem Interview mit dem Deutschlandfunk Kultur sagte der 58-Jährige kürzlich: „Meine erste Aufgabe ist es erst mal, tolle Musik zu machen und vor allen Dingen das Opernhaus so auf eine internationale Landkarte zurückzubringen, was hier in den letzten 20, 30, 40 Jahren vielleicht ein bisschen eingeschlafen ist, weil man sich sehr auf die Tradition berufen hat.“

Tolle Musik hat der einstige Ziehsohn von Dirigentenlegende Daniel Barenboim bereits in Rheinland-Pfalz gemacht. 2009 übernahm er die Leitung der deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, zuerst noch zusätzlich zu seinem Job als Generalmusikdirektor und Opernchef in Halle. Dort setzte der früher gefeierte Soloklarinettist der Berliner Philharmoniker starke Akzente. Innerhalb von vier Jahren führte er alle neun Symphonien von Anton Bruckner in den Domen von Rheinland-Pfalz auf. 2017 war das große Finale in drei Domen: Nummer 5 in Worms, im Rahmen des Mosel Musikfestivals Nummer 2 in Trier, wo zusätzlich der Kathedraljugendchor und der Trierer Domchor Mozarts Krönungsmesse als weiteren Part des Programms gestalteten, Nummer 1 und Nummer 9 in Speyer. Für seine Leistungen als Chefdirigent der Staatsphilharmonie wurde er  mehrfach ausgezeichnet,  unter anderem mit einem Echo Klassik und dem Preis der Deutschen Musikverleger für das beste Konzertprogramm.

2016 zog es ihn als Musikdirektor zusätzlich nach Oslo zur Norwegischen Staatsoper. Zwei Jahre lang agierte der Sohn eines Postbeamten aus Wittlich als Chef von zwei Klangkörpern. Doch dann, nach neun Jahren, kehrte der Maestro Rheinland-Pfalz 2018 beruflich den Rücken. In seinem neuen Engagement in Prag stehen er und seine Kollegen vor einer großen Herausforderung und haben ein hochgestecktes Ziel. Gegenüber dem Deutschlandfunk Kultur sagte Steffens: „Wir wollen, wie es schon vor 100 Jahren war. Prag muss in einem Atemzug genannt werden mit Wien, mit Berlin, mit München. Da wollen wir hin.“