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Karl Marx - Leben, Werk und Zeit: 120 Veranstaltungen zum Geburtstag in Trier

Die Vorfreude auf die große Karl-Marx-Ausstellung in Trier steigt: Oberbürgermeister Wolfram Leibe (links) präsentiert gemeinsam mit Staatssekretär Salvatore Barbaro (Mitte) und Rainer Auts, Geschäftsführer der Ausstellungsgesellschaft, die ersten Details. TV-Foto: Rainer Neubert
Die Vorfreude auf die große Karl-Marx-Ausstellung in Trier steigt: Oberbürgermeister Wolfram Leibe (links) präsentiert gemeinsam mit Staatssekretär Salvatore Barbaro (Mitte) und Rainer Auts, Geschäftsführer der Ausstellungsgesellschaft, die ersten Details. TV-Foto: Rainer Neubert
Trier. Wer war der berühmteste Sohn Triers wirklich? Antworten auf diese Frage soll die große Landesausstellung bringen. Rainer Neubert

Nach Konstantin (2007) und Kaiser Nero (2016) ist Karl Marx die dritte große Persönlichkeit der Geschichte, für die Trier Schauplatz einer außergewöhnlichen Ausstellung sein wird. Wieder werden das Landesmuseum und das Stadtmuseum Simeonstift eine bislang einmalige Zusammenstellung von historischen Artefakten zur Schau stellen. Mit mehr als 120 Veranstaltungen wird auch das Rahmenprogramm dafür sorgen, dass der Mitbegründer des Kommunismus vom 5. Mai bis zum 21. Oktober 2018 nicht nur bei den Trierern in aller Munde ist.

Wie attraktiv und herausfordernd eine große kulturhistorische Ausstellung über eine Persönlichkeit ist, deren Wirken weltweit so enorme Auswirkungen hatte wie die Ideen des vor 200 Jahren geborenen Karl Marx, zeigt nach Ansicht von Staatssekretär Salvatore Barbaro die große Bewerberzahl renommierter Ausstellungsmacher, die bei diesem Experiment dabei sein wollten.

Der Aufsichtratsvorsitzende der Ausstellungsgesellschaft präsentierte am Dienstag gemeinsam mit Geschäftsführer Rainer Auts und Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe Details zur Landesausstellung, für die schon vom 8. bis 12. März bei der ITB Berlin mit einem großen interaktiven Stand geworben wird.

Nach Aussage von Rainer Auts gibt es von Leihgebern aus ganz Europa bereits Zusagen für rund 100 Exponate. Es werden am Ende mehrere Hundert Gemälde, Grafiken, Originaldokumente, Skulpturen und kulturhistorische Ausstellungsstücke sein. Nicht nur die Person Karl Marx, der die ersten 17 Jahre seines Lebens in Trier verbrachte, soll so intensiv beleuchtet werden wie nie zuvor.

Im Rheinischen Landesmuseum wird unter dem Titel "Leben. Werk. Zeit." auf 1000 Quadratmetern Ausstellungsfläche vor allem der intellektuelle und politische Werdegang des Philosophen und Ökonomen in einer Zeit der wirtschaftlichen und sozialen Umbrüche nachgezeichnet.

Der Mensch Karl Marx, sein bewegtes Leben, seine Familie und die wichtigsten Weggefährten im In- und Ausland stehen im Stadtmuseum Simeonstift im Fokus. "Stationen eines Lebens" heißt diese Ausstellung, bei der auch erstmals eine Bleistiftzeichnung aus Privatbesitz gezeigt wird, die den Studenten Marx um das Jahr 1835 zeigt.

Über dieses außergewöhnliche Exponat freut sich Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe ebenso wie über die Chance, den Menschen in Trier die Person Karl Marx ohne politische Vorbehalte näherzubringen. "Wir wollen Karl Marx weder verstecken noch überhöhen", macht Leibe klar.

Den Menschen in Trier und den Gästen der Stadt wird es jedenfalls kaum möglich sein, im kommenden Jahr an dem Mann mit dem weißen Rauschebart vorbeizukommen. "Ich bekomme täglich fünf bis zehn Mails mit Ideen für das Rahmenprogramm", sagt Rudolf Hahn. Der ehemalige Leiter des städtischen Bildungszentrums koordiniert dieses "umfangreiche und bunte Angebot für die unterschiedlichen Alters- und Sozialgruppen". 120 Einzelpunkte kann er bereits aufzählen, von ergänzenden Ausstellungen über Vortragsreihen, Foto- und Forschungsprojekte, Themenführungen bis zu Angeboten für Kinder und Jugendliche. Herausragend sind eine Filmreihe, ein Opernauftrag und das Marx-Musical, das in Trier Deutschland-Premiere feiern wird. In der Hauptrolle: Guildo Horn.

Und dann ist da noch die wegen ihrer Größe umstrittene Bronzeskulptur des Bildhauers Wu Wei shan, die China der Stadt Trier zum Karl-Marx-Jubiläumsjahr schenkt. Eine 6,30 Meter hohe Holzattrappe soll probeweise am 1. und 2. März aufgestellt werden.Eckdaten zur Ausstellung

Zeitraum: 5. Mai bis 21. Oktober 2018. Ausstellungsorte: Rheinisches Landesmuseum ("Leben.Werk. Zeit."); Stadtmuseum Simeonstift ("Stationen eines Lebens"). Ergänzende Ausstellungen: Karl-Marx-Haus (Dauerausstellung); Museum am Dom ("lebensWERT.Arbeit").Exponate: Mehrere Hundert Leihgaben aus Museen und Sammlungen aus ganz Europa; vor allem Gemälde und Grafiken sowie kulturhistorische Exponate, ergänzt durch Dokumente und Manuskripte zur Person Karl MarxErwartete Besucherzahl: Bis zu 200 000.Kosten: 5,2 Millionen Euro (1,5 Millionen Euro vom Bund, 750 000 Euro vom Land sowie 250 000 Euro von der Stadt Trier sowie unter anderem Erlöse aus Eintritt, Katalogverkäufen und Merchandising). Öffnungszeiten: Dienstags bis sonntags und feiertags von 10 bis 18 Uhr. Für Gruppen nach Anmeldung ab 9 Uhr. Eintrittspreise: Kombiticket 16 Euro (ermäßigt 14 Euro); Landesmuseum 12 Euro/10 Euro; Stadtmuseum Simeonstift 8 Euro/6 Euro; Ermäßigung für Gruppen, Schulklassen sowie Familien. Internet: www.karl-marx-ausstellung.de ; www.volksfreund.de/marx2018