Kein Mangel an neuen Ideen

Kein Mangel an neuen Ideen

Im Ruhestand leben, bedeutet für Heinz Heckmann vor allem eins: engagiert komponieren. Gerade wurde sein "Ave Maria" für sechsstimmigen "Oberchor" in Freiburg uraufgeführt. Und weitere Kompositionen für diese Besetzung sollen folgen.

Trier. Heinz Heckmann steht in seiner Heimatstadt Trier nicht gerade in dem Ruf eines bequemen Komponisten. Obwohl er humorvoll und witzig schreiben kann, widersetzen sich die meisten seiner Werke entschieden den ästhetischen Werten einer Spaßgesellschaft. Und weil sie zudem als schwer aufführbar gelten, gilt ihre Aufnahme in die regionalen Konzertprogramme als riskant. Wer Zuhause nur mit einiger Vorsicht angenommen wird, muss doch wohl außerhalb der Region erfolglos sein? Diese Vermutung liegt nahe, aber sie ist falsch, ganz falsch! Auf die skeptische Frage, wie es denn mit dem überregionalen Interesse stehe, präsentiert Heckmann eine ansehnliche Liste externer Aufführungen. Das Goethe-Institut im kanadischen Milwaukee ist darin verzeichnet, die Matthiaskirche in Budapest, wo Heckmanns friedensbewegtes "Da Pacem" erklang, die Georgskirche auf dem Prager Hradschin, der bulgarische Rundfunk in Sofia und die Stadt Burgas, ebenfalls in Bulgarien (der TV berichtete).

Ein "Ave Maria" für sechs Stimmen



Im Dezember 2009 konnte Heckmann nun in Freiburg als Komponist Fuß fassen. Er hatte ein "Ave Maria" - für sechs "gleiche Stimmen" geschrieben und Abt Fromme von Himmerod gewidmet - vergeblich einigen Domchören angeboten. Bis aus Freiburg die Zusage zur Uraufführung kam. Martina von Lengerich, Leiterin der Mädchenkantorei am Freiburger Münster, bekundete Interesse an weiteren Werken des 77-Jährigen. Übrigens stand auch ein zweiter Trierer auf dem Programm: Martin Folz.

Damit hat Heinz Heckmann die Liste seiner externen Präsenz um eine wichtige Aufführung erweitert und für sich als Komponist eine neue Besetzung erschlossen. Was er missverständlich "gleiche Stimmen" nennt, sind nicht die "voces aequales", eine Spezialbesetzung der Renaissance, sondern ein Chor aus Sopran- und Altstimmen, der auch "Oberchor" heißen kann. Der ist für Komponisten heikel, weil sich in der Regel vier und beim uraufgeführten "Ave Maria" sogar sechs Stimmen in einen eng begrenzten Tonumfang bewegen und dabei ihre polyphone Eigenständigkeit behalten sollen.

Heckmann hat dieses Problem glänzend gelöst. "Der im Breisgau bislang kaum diskutierte Heckmann zeigt, dass er beseelte Musik zu schreiben vermag, die wirklich klingt. Heckmanns erstklassiges Werk lebt aus sich selbst heraus, Romantisches inklusive", schreibt die "Badische Zeitung" zur Uraufführung.

Das "Ave Maria" gehört zur einer ganzen Serie von Kompositionen für "gleiche Stimmen". Ein weiteres, diesmal fünfstimmiges "Ave Maria" hat Heinz Heckmann in den letzten Monaten geschrieben, eine groß angelegte, sechsstimmige "Alleluja"-Komposition, gleichfalls für "Oberchor", und ein sechsstimmiges "Salve Regina". Das existiert übrigens auch in einer Fassung für Mezzosopran und Orgel und wurde mehrfach aufgeführt. "Ich fühle mich beim Oberchor als Komponist sehr wohl", sagt Heckmann und kündigt noch weitere "Sachen" an. An Stoff für künftige Uraufführungen wird es nicht fehlen.