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Kein Platz für Volkslieder?

Kein Platz für Volkslieder?

Heino ist seit Ende der 60-er Jahre immer wieder Zielscheibe von Kritik gewesen, und tatsächlich - manches an seinen Volkslied-Versionen ist kritikwürdig: die schwammige Ausweitung des Begriffs "Volksmusik" auf alle möglichen Stücke, die gekonnten, aber auch einfallslosen Arrangements, das Schablonenhafte im Vortrag.

Dennoch, Heinos Kritik an der Vernachlässigung des traditionellen Liedguts trifft. Der Schatz deutscher Lieder droht in den Archiven zu verstauben. In den Schulen sind sie zur Rarität verkommen, in den Kinder- und Jugendlichentreffs dominiert der modische Rock, und was sich im Fernsehen "Volksmusik" nennt, ist ein schaler Aufguss. Aber Volkslieder sind ein Stück kollektiver Erinnerung; wer sie vergisst, wird ärmer. Wo sind die Pädagogen, die Volksmusik vermitteln? Wo die Komponisten, die dazu neue Ideen einbringen? Bei aller Problematik: Heinos Einsatz ist eine Chance fürs deutsche Volkslied. m.moeller@volksfreund.de