Kieran Goss und Band verteilen musikalische Streicheleinheiten

Kieran Goss und Band verteilen musikalische Streicheleinheiten

Mit gefühlvollen Balladen und seiner humorvoll-charmanten Art hat der irische Singer-Songwriter Kieran Goss in der Trierer Tufa für ein so entspannendes wie sympathisches Konzerterlebnis gesorgt. 130 Zuschauer begeisterte sein zusammen mit Sängerin Ann Kinsella und Bassist Gareth Hughes gestaltetes Programm.

Trier. Als Kieran Goss sein Publikum fragt, wer seinen Auftritt in Trier vor zwei Jahren gesehen hat, geht ein Großteil der Hände in die Luft. Und es dauert nicht lange, bis sich erschließt, warum man bei ihm gerne zum "Wiederholungstäter" wird. Wenn der in seiner irischen Heimat sehr bekannte und mit mehreren Platin-Alben dekorierte Musiker zu Gitarre und Mikrofon greift, ist Wohlbefinden garantiert. Er pflegt Singer-Songwriter-Kultur in schnörkelloser Reinform, mit untrüglichem Gespür für wirklich schöne Melodien und ansprechende Texte.
Meist sind es sehr leise, ruhige, fast intime Balladen, die er mit Fingerpicking-Technik und sanft timbrierender Stimme vorträgt. Sie klingen schon solo gut, erhalten aber besondere Tiefe und Wärme durch die Bassbegleitung von Gareth Hughes und den Background-Gesang von Ann Kinsella, Goss\' Ehefrau.
Stilistisch erinnern die Lieder an Songs von James Taylor. Deutlich zu hören ist der Einfluss von Country-Musik, die Kieran Goss in den Hörgewohnheiten seiner Familie und später - nach Jura-Studium und einer Zeit als Straßenmusiker in Deutschland - in den USA begegnete. Dort, in Nashville, wurde auch eine seiner Platten aufgenommen. Die Texte aber greifen oft irische Bezüge auf. "One Boys Treasure" handelt beispielsweise vom Wert der Erinnerungen an eine Kindheit mit 14 Geschwistern. "Reasons To Leave" dreht sich um Emigranten, die Irland aus wirtschaftlicher Not verlassen müssen.
Gerne singt Kieran Goss zudem von der Liebe, dann haben seine Lieder eine besonders romantische Note. Das kommt beim Publikum gut an - ebenso wie die gewinnende Art des Künstlers. In fast perfektem Deutsch hält er den Kontakt zu den Zuhörern und moderiert seine Songs mit umwerfend komischen Anekdoten an, ungekünstelt, allürenfrei, einfach sympathisch.
Die Fans bekommen ein üppiges Programm aus alten und neuen, auch mal rockiger angefärbten Liedern geboten, zu dessen Höhepunkten auch ein Soloauftritt von Ann Kinsella gehört. Dafür gibt es am Ende stehende Ovationen. ae