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Kino-Premiere für zehnjährige Trierer Schauspielerin - Film drehen als Sommerferienprogramm

Trier. Sommerferien können abenteuerlich sein. Für Elisabeth Cartus (10) aus Trier gilt das besonders. Sie spielt eine Hauptrolle im Kinofilm "Timebreakers - Auf der Suche nach dem geheimnisvollen Kristall", der am Sonntag in Trier vorgestellt wird. Rainer Neubert

Trier. Beim Wettbewerb zu den spannendsten Ferien hätte Elisabeth Cartus beste Chancen. In der magischen Landschaft der Lüneburger Heide hat sie ein wirkliches Abenteuer erlebt. Wenn die Zehnjährige mit den langen roten Haaren von den Dreharbeiten für "Timebreakers" erzählt, strahlen ihre braunen Augen. Ihr herzliches Lachen steckt auch bei diesem Treffen im Broadway-Filmtheater an. "Es war einfach alles schön und spannend", schwärmt Elisabeth, "manchmal auch ziemlich anstrengend."

Täglich, drei Wochen lang, ist das Mädchen aus Trier in die Rolle von Mathilda geschlüpft, eine der drei Hauptrollen des Fantasy-Abenteuers, in dem sich sieben Kinder auf die Suche nach einem sagenumwobenen Klosterschatz machen, mit dem sie ihre Schule retten wollen.
Als Larissas Cousine Emma in den Ferien bei ihr zu Besuch ist, entdecken sie, dass Emma in die Vergangenheit blicken kann, wenn sie historische Gegenstände berührt. Die Suche nach einem geheimnisvollen Kristall gerät zum Wettlauf mit einigen Bösewichten, die Übles im Schilde führen. Die unerschrockene Mathilda ist die kleine Schwester von Emma. Angst vor Friedhöfen? Ganz im Gegenteil! Mathilda freut sich darauf, nachts durch Grabstätten zu schleichen. Mit ihrem Bild auf dem Kinoplakat ist Elisabeth deshalb nicht ganz zufrieden. "Da schaue ich doch eher ängstlich", sagt sie und zeigt auf das Mädchen mit dem Funkgerät in der Hand. Aber natürlich will sie dennoch ein solches Plakat für ihr Zimmer bekommen. Auch wegen der vielen Erinnerungen.
"Wir haben an vielen spannenden Orten gedreht", erzählt Elisabeth. Alte Bunkeranlagen, ein Kloster, das Open-Air-Festival Höpen-Air mit Torfrock, die Munitionsfabrik aus der Nazizeit, der Friedhof mit Mausoleum. "Da waren ganz schön lange Fahrzeiten dazwischen. Aber wenigstens konnte man dabei die Texte lernen."
Von den langen Drehtagen können auch die Eltern des Mädchens erzählen, die immer dabei waren. Natürlich sei das für alle anstrengend gewesen, sagt Tom Cartus, der mit seiner Tochter um die Wette strahlt. "Es war dennoch ein Erlebnis und ein tolles Familienabenteuer."

Das Besondere: Der Film von Regisseur Niels Marquardt ist eine No-Budget-Produktion. Von der Anreise über die Verpflegung, der Anfahrt zu den Drehorten bis zur Technik mussten die Kosten von den Eltern und einigen Sponsoren aufgebracht werden. Professionelle Schauspieler wie Kai-Uwe Wedel oder Rebekka Müller wirkten ohne Gage mit. Die bekannteste der sieben Kinderdarsteller ist die zehnjährige Larissa Felber. Nach ihrem vom Fernsehpublikum gefeierten Cup-Song in der Sat1-Show "The Voice Kids" stand sie bereits mit Helene Fischer auf der Bühne. Für Elisabeth Cartus, die sich im Internet für die Rolle bei dem Film beworben hatte, ist das kein Problem. "Wir haben uns alle super verstanden und manchmal so gelacht, dass wir aus der Halle gehen mussten, in der gerade eine Szene gedreht wurde, bei der wir nicht mitgespielt haben." Sie zögert nicht bei der Frage, was sie für ihre Rolle in dem Film bekommen habe: "Freunde! Ich hoffe, dass wir uns wiedersehen."
Ob zur Premiere im Broadway-Filmtheater am Sonntag einige von ihnen kommen werden, ist noch nicht klar. In jedem Fall werden aber Freunde aus Trier da sein. Einigen von ihnen hat Elisabeth von ihren abenteuerlichen Sommerferien natürlich schon erzählt. "In meiner Schule in Schweich musste ich vor den neuen Fünftklässlern auch etwas erzählen. Das war aufregend."Extra

Die zehnjährige Triererin Elisabeth muss schon viele Autogramme schreiben. Denn sie ist eine der drei Hauptfiguren in einem Kinofilm. In dem geht es um die Abenteuer von sieben Kindern, von denen drei Mädchen besondere Fähigkeiten haben. Emma ist im Film die ältere Schwester von Elisabeth und kann in die Vergangenheit blicken, immer wenn sie alte Gegenstände berührt - deshalb heißt der Film auch Timebreakers (auf Deutsch Zeitdurchbrecher). Dadurch kommen die Kinder einem Klosterschatz auf die Spur, mit dem sie ihre Schule retten wollen. Den Schatz wollen aber auch ein paar Bösewichte haben … Die Dreharbeiten in Norddeutschland haben Elisabeth, die im Film Mathilda heißt, viel Spaß gemacht. "Es war aber oft auch sehr anstrengend", hat sie danach erzählt. Wer am Sonntag zur ersten Aufführung des Films in Trier kommt, für den unterschreibt sie gerne eine Autogrammkarte. r.n.Extra

Regisseur Niels Marquardt (47) aus Walsrode ist in der unabhängigen Filmszene schon bekannt. Sein neuer Kinder-Abenteuerfilm Timebreakers hat am 27. September in seiner Heimatstadt eine umjubelte Premiere gefeiert. Nachdem der Trailer für den Film in den sozialen Netzwerken zu sehen war, haben etliche Kinos in Deutschland ihr Interesse angemeldet. Am Sonntag, 9. September, 11 Uhr, wird "Timebreakers - Auf der Suche nach dem geheimnisvollen Heidekristall" (127 Minuten) im Trie rer Broadway vorgestellt. r.n.