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Kinokolumne: Kettenrauchendes Alien auf der Flucht

Kinokolumne: Kettenrauchendes Alien auf der Flucht

Er streckt gerne seinen nackten Hintern aus dem Autofenster, raucht wie ein Schlot und kann sich unsichtbar machen, wenn er die Luft anhält. Die Rede ist von Alien Paul, der seinen Namen dem Hund zu verdanken hat, auf dem sein Raumschiff vor zig Jahren notgelandet ist.

Jetzt ist Paul auf der Flucht vor denen, die ihn jahrelang festhielten, ihn als Informationsquelle in allen Lebenslagen ausnutzten. Denn die Filmidee zu E.T., dem Außerirdischen hat sich Regisseur Steven Spielberg natürlich bei Paul geholt, auch die Akte-X-Filme gebe es ohne ihn nicht. Doch jetzt will die Regierung an Pauls Gehirn, und damit ist der nette Außerirdische gar nicht einverstanden.

Die moderne, schlanke E.T.-Version ist nicht so tapsig-unschuldig wie ihr Spielberg-Vorgänger aus den 80ern. Paul ist cool, wortgewandt und sympathisch - ein Alien-Kumpel, wie ihn sich jeder wünschen würde. Auch, wenn er tote Vögel wieder zum Leben erweckt, um sie anschließend aufzuessen. Synchronisiert wird der smarte Außerirdische von Bela B.

Klar, dass Paul auf seiner Flucht unterstützt wird. Mit der geballten Nerd-Power von Graeme und Clife entkommt das kettenrauchende Alien seinen Verfolgern immer wieder. Simon Pegg und Nick Frost, die schon in "Shaun of the dead" glänzten, mimen die beiden naiven Engländer, einer Schriftsteller, der andere Comiczeichner.

"Würstchen" und "Gürkchen" (Nein, sie sind nicht homosexuell), wie sich die beiden alten Freunde nennen, machen eigentlich eine Alien-Fantour auf dem berühmten extraterrestrischen Highway in Nevada. Doch als echte Freaks helfen sie ihrem Alien-Kumpel natürlich und treffen Ruth, eine militante Christin mit einem blinden Auge. Nachdem Paul ihr nicht nur weltanschaulich die Augen geöffnet, sondern ihr krankes Auge geheilt hat, lebt Ruth ihre neu gewonnene Freiheit ohne religiöse Fesseln, indem sie ihre Gespräche mit Kraftausdrücken spickt, die im Kino zu lauten Lachern führen.

Am Ende wird die böse Agentenchefin (starker Kurzauftritt von Sigourney Weaver) vom landenden Ufo zerquetscht. Wie es Paul und seinen Freunden ergeht, müssen Sie sich schon selbst im Kino ansehen.

Fazit: Gute, kurzweilige Unterhaltung, viel Humor und echte Freundschaft. Sehenswert! "Paul, ein Alien auf der Flucht" läuft im Trierer Cinemaxx, im Skala-Kinocenter Bitburg und im Kinopalast Vulkaneifel Daun.