KinoKolumne: Wasser für die Elefanten

KinoKolumne: Wasser für die Elefanten

Meinung Ein Pattinson zum Schmachten, ein Waltz zum Hassen Weil Elefantendame Rosi seinen Befehlen nicht folgt, prügelt Zirkusdirektor Rosenbluth das Tier, bis es blutend auf dem Boden liegt. Rosenbluth ist jähzornig, brutal, psychopathisch - ein Mann, der seinen Zirkus wie ein Diktator regiert.

Wird das Essen knapp, lässt er reihenweise arme Hilfsarbeiter aus dem fahrenden Zug werfen, der Zirkusequipment und Personal transportiert. Oskarpreisträger Christoph Waltz brilliert in dieser Rolle, die er beängstigend überzeugend spielt. An seiner Seite die bezaubernde Reese Witherspoon als Marlena. Sie ist seine Frau, größte artistische Attraktion im Team und ihm völlig erlegen. Der Waise Jacob (Robert Pattinson) stößt völlig mittellos, nur bewaffnet mit dem Wissen seiner fast abgeschlossenen Arztausbildung, zu dem Zirkus und wird schließlich zum Tierarzt befördert. Er stellt das genaue Gegenteil zu Rosenbluth dar. Er ist jung, charmant, trägt das Herz auf dem richtigen Fleck und verliebt sich verbotenerweise in Marlena, die seine Liebe erwidert. "Wasser für die Elefanten" überzeugt durch starke, langsame und nostalgisch-schöne Bilder aus den frühen 30er Jahren. Während die Zuschauer bei Waltz\' gewaltsamen Ausbrüchen in ihren Kinosesseln zurückschrecken, lehnen sie sich bei Pattinson lieber noch ein wenig näher Richtung Leinwand. Wie in Twilight überzeugt Pattinson durch seine gefühlvolle Darstellung, die man ihm ohne Zweifel abkauft. Großer Schmachtfaktor also für die weiblichen Fans. Leider zeigt er keine neue Facette seines schauspielerischen Könnens. Dass diese Geschichte in einem Drama enden muss, ist klar… Fazit: Sehenswerter Film, der Einblicke in längst vergangene Zirkuswelten gibt und der es auch schafft, die Zeit der großen Depression in Amerika zu erfassen. Dazu gibt es einen hörenswerten Soundtrack. Mandy Radics