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Kinos haben wieder bundesweit geöffnet. Neubau in Wittlich.

Kino : Kino: Alles offen – auch die Zukunft

In dieser Woche dürfen in ganz Deutschland wieder die Kinos öffnen, nun auch in Berlin. Die ersten zugkräftigen Neustarts sind angekündigt, die Probleme für die Branche aber noch groß. So sieht es in der Region aus.

Wer in diesen Tagen ins Restaurant geht oder durch die Trierer Fußgängerzone spaziert, könnte glauben, dass die Corona-Pandemie vorbei ist. Auf den ersten Blick sieht vieles wieder so aus wie vor dem Lockdown. Auch die Kinobranche steht offiziell vor dem Neustart. Viele (Indoor-)Kinos haben bereits wieder geöffnet, in Prüm (Eifel-Kino-Center) schon seit Ende Mai. Als letztes Bundesland folgt diese Woche Berlin. Doch der Schein trügt. Die Kinobranche muss weiter zittern.

Immerhin: Nach monatelanger Pause starten an diesem Donnerstag die ersten größeren Filme neu. Die früheren YouTube-Stars Heiko und Roman Lochmann erleben in „Takeover - Voll vertauscht“ eine turbulente Verwechslungskomödie, während Regisseur Christian Petzold den Berlinale-Beitrag „Undine“ mit Paula Beer und Franz Rogowski zeigt.

Ein wichtiger Grund dafür ist, dass nun in allen Bundesländern auch wieder die Kinos ihren Betrieb aufnehmen dürfen. In Berlin ist dies offiziell ab Dienstag möglich, viele Kinos in der Hauptstadt wollen am Donnerstag starten.

Überhaupt gab es zuletzt einige positive Nachrichten aus der Branche: Freiluft- und Auto-Kinos sind seit Wochen beliebt und erleben einen Besucheransturm wie selten zuvor. Das Trierer Autokino „Carpitol“ geht zwar in die Schlussphase – am 5. Juli steht die letzte Vorführung im Messepark an. Zu sehen sein wird dann zum Abschluss der Blockbuster „Gladiator“. Dafür öffnet Mitveranstalter Broadway ab Donnerstag, 9. Juli, wieder sein Kino in Trier. Erfolgreich läuft unter anderem auch das Autokino in Prüm, das am 9. Mai als erstes der Region an den Start ging. In Daun und Wittlich gab es Autokinos für begrenzte Zeit, in Bitburg wird es am 28./29. August ein weiteres geben. Eine Open-Air-Kinoreihe wird es in Trier wieder in der Tufa geben, zudem im Nells Park bei den „Movie Nights“ (mehrere Termine zwischen 15. Juli und 3. September).

Doch das allein kann die Existenz der Kino- und Filmwelt nicht retten. Wichtig wäre, dass auch die regulären Kinos wieder genügend Tickets verkaufen. Das aber ist mehr als ungewiss; von Euphorie ist wenig zu spüren. Vielmehr wachsen die Sorgen, wie es nun wirklich weitergehen soll.

Eine große Hürde sind die Auflagen, die mit den Wiedereröffnungen verbunden sind. Zwischen den Besuchergruppen müssen 1,5 Meter Abstand gehalten werden – damit bleiben deutlich mehr Plätze in einem Saal frei als besetzt werden können.

Die Verbände HDF Kino und AG Kino – Gilde deutscher Filmkunsttheater haben diese Regelung bereits mehrfach scharf kritisiert. Sie verweisen unter anderem auf Nachbarländer, wo etwa nur ein Meter Abstand gefordert ist. Tatsächlich fragen sich viele, warum etwa in Flugzeugen und Zügen fremde Menschen direkt nebeneinander sitzen können, während im Kino – wo die Sitze deutlich breiter sind – ganze Reihen gesperrt werden müssen.

Das andere große Problem sind allerdings die Filme selbst, genauer gesagt der Mangel an neuen Großproduktionen. Im Juni waren zunächst eher kleine Werke in die Kinos gekommen, ab Juli sollte es dann richtig losgehen. Im kommenden Monat starten deutsche Filme wie „Takeover“, „Undine“ und „Berlin Alexanderplatz“ (16. Juli).

Vor allem aber Hollywoodproduktionen galten als wichtige Zugpferde. So sollten Ende des Monats Disneys „Mulan“ und Christopher Nolans Thriller „Tenet“ mit Robert Pattinson starten.

Nun jedoch haben die Studios die Reißleine gezogen und die weltweiten Starts dieser beiden Filme in den August verschoben – vorerst. Denn wenn die Kinos in großen Teilen der Welt wegen der Corona-Pandemie noch nicht wieder oder nur deutlich eingeschränkt geöffnet haben, dann wären auch die Einnahmen viel niedriger. Solche Verluste will kein Studio riskieren, besonders nicht bei Filmen, die viele Millionen US-Dollar gekostet haben. Bis sich die Aussichten in dieser Hinsicht spürbar verbessern, dürfte daher noch einige Zeit vergehen.

Der Kinopalast Wittlich soll am 24. Juli eröffnen. Foto: Petra Willems Foto: TV/Petra Willems

Dass das möglichst schnell geht, wünscht man sich nicht nur in Wittlich: Dort eröffnet Investor Kurt Römer bald ein neues Kino mit fünf Sälen, den Wittlicher Kinopalast. Der Eröffnungstermin war coronabedingt schon verschoben worden – wegen Lieferverzögerungen beim Material, wie etwa Fliesen aus Italien oder Kinosessel aus Spanien. Geplante Eröffnung ist nun am 24. Juli.

(dpa)