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Klangtüftler im Blitzlichtgewitter

Klangtüftler im Blitzlichtgewitter

Coverbands halten die Musik einstiger Größen am Leben. Aber wie hören sich die Songs von Pink Floyd in den Ohren eines Kinds der 70er und eines der 80er Jahre an? Ein Selbstversuch zweier Autoren.

Trier. Eine der bekanntesten Pink-Floyd-Coverbands hat in Trier gespielt. TV-Reporterin Ursula Quickert und Gastautor Tim Bartz, eine Generation voneinander entfernt, beschreiben ihre Eindrücke:

Das Kind der 80er: "Ja, Vorbereitung ist die halbe Miete. Aber wenn\'s um Kunst geht, lohnt es sich, als unbeschriebenes Blatt an eine Sache heranzugehen. Zum Beispiel an die Australian Pink Floyd Show. Klar, auch als 1981 Geborene kennt man den Namen und die größten Hits. Um es gleich vorweg zu nehmen: Von letzteren höre ich bei der Show in der Trierer Arena genau … zwei.
Monster, Kängurus, Schweine


Aber ums Mitsingen geht\'s bei Pink Floyd ja ohnehin weniger. Diese Show ist vor allem laut, bunt und imposant. Die Arena ist bis unter die Decke erfüllt vom Klang der Gitarren und von flackernden, sich drehenden oder sanft auf das 2600-köpfige Publikum herunter gleitenden Lichtern und Lasern.
Leider achtet man da schnell mehr auf die Lichtshow, die Leinwand und die hüpfenden, riesigen Monster, Kängurus und Schweine als auf die Musik. Dabei sind die zehn Bandmitglieder auf der Bühne wahre Soundtüftler mit Liebe für die Perfektion, die nicht sich selbst darstellen, sondern die Musik. Alle stehen im Wechsel auch am Mikrofon - was nicht bei jedem eine gute Idee ist. Aber die paillettenbekleideten, Mikrofone streichelnden Sängerinnen im Hintergrund reißen es wieder raus. Und dass der Enthusiasmus des Publikums bei "Another Brick in the Wall" und "Wish you were here" mit Abstand am größten ist, zeigt doch: So weit bin ich von den Fans gar nicht entfernt."
Ursula Quickert

Das Kind der 70er: "Meine erste Erinnerung an Pink Floyd ist ein Kinderchor, der Ende der 70er Jahre die Textzeile "We don\'t need no Education" im Radio gesungen hat. 20 Jahre später kaufe ich mir das Album The Wall für 40 Mark in einem kleinen Elek-trogeschäft in Traben-Trarbach. Seit diesem Tag liegt es in meinem Handschuhfach. Weitere zwanzig Jahre später: Ich sitze in der Trier-Arena und warte auf den Beginn der Australian Pink Floyd Show. Das Licht geht aus. Die ersten Klänge von "In the Flesh" ertönen aus der Dunkelheit. Das ist doch der Klang von David Gilmours Gitarre? Sie muss es sein. Niemand spielt so perfekt. Mein Puls beschleunigt sich. Dann ein Donnerschlag. Der Sound ist perfekt, die Lichtshow überwältigend. Ja, das ist Pink Floyd! Aber nein, es ist nicht die Stimme von Roger Waters, die "So you thought you might like to, go to the show" singt. Okay, es ist eine Coverband. Aber eine richtig gute. Nach mehr als zwei Stunden gefüllt mit den Klassikern der englischen Rockband endet das Konzert mit "Comfortably numb". Na gut, es war nicht Pink Floyd auf der Bühne. Aber das Nächstbeste."
Tim Bartz
Im nächsten Jahr ist die Australian Pink Floyd Show wieder in der Arena Trier zu Gast, und zwar am Freitag, 12. April 2013, mit ihrer Tour "Eclipsed by the Moon".