Klar und virtuos

Seit 35 Jahren musizieren junge, talentierte Menschen im Landesjugendorchester (LJO) Rheinland-Pfalz. Dreimal jährlich studieren sie während der Ferien ein neues Programm ein. Den Abschluss der 106. Arbeitsphase machte das LJO im Trierer Theater. Das vom Trierischen Volksfreund präsentierte Benefiz-Konzert wurde zugunsten der Kulturstiftung Trier veranstaltet.

Trier. Immerhin zwei der rund 90 Mitglieder des LJO Rheinland-Pfalz stammen aus Trier. Im Kulturhauptstadtjahr 2007 machte das Orchester als musikalischer Botschafter über Grenzen hinweg auch mit einem Auftritt in Trier Station. Neben der großen musikalischen Güte wären das allein Gründe genug, um nach den Abschlusskonzerten der 106. Arbeitsphase in Neuwied, Emmelshausen und Pirmasens erneut in Trier zu gastieren. Auf Initiative der Kulturstiftung wurde das möglich. "Wir bemühen uns, Finanzmittel zu organisieren, um die Förderung von Projekten zu ermöglichen, und unsere Kulturengel leisten bei zehn Projekten engagierte Arbeit. Aber wir wollen auch durch eigene Kultur-Veranstaltungen an die Öffentlichkeit treten, junge Menschen fördern, sie aber auch für kulturelle Arbeit interessieren", sagt Hans-Hermann Kocks, Vorstandsvorsitzender der Kulturstiftung. Dieses Anliegen ist bei über 500 Zuschauern auf fruchtbaren Boden gefallen. Unter Leitung von Dirigent Klaus Arp zeigten die jungen Orchestermusiker mit Otto Nicolais Ouvertüre aus "Die lustigen Weiber von Windsor" und der Symphonie Nr. 2 in D-Dur von Johannes Brahms nicht nur technisch hervorragende Leistung. Denn dass sie ihre Instrumente überdurchschnittlich gut beherrschen, ist Grundvoraussetzung für die Mitgliedschaft. Vor allem im Zusammenspiel und mit der präsentierten musikalischen Bandbreite dürfte das LJO jedem großen philharmonischen Orchester Konkurrenz machen. Mit Bob Mintzers "Rhythm of the Americas" stand ein zeitgenössisches Stück mit Jazz- und Big-Band-Klangfarben auf dem anspruchsvollen Programm. Dabei funktionierte das LJO nicht nur als begleitender Klangkörper für das Berliner Saxofonquartett "clair-obscur", sondern spielte sich klar und virtuos an fünfte Stelle des Bläserensembles.