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Klein und fein zwischen Klassikern

Klein und fein zwischen Klassikern

Zweimal prominente Klassik und dazwischen eine Rarität: Mit Beethovens Fünfter und Béla Bartóks Konzert für Orchester treten im 5. Sinfoniekonzert (Donnerstag, 5. März) im Trierer Theater zwei sinfonische Klassiker an. Dazwischen, klein und fein, das Klarinettenkonzert von Aaron Copland.

Trier. Solist beim fünften Trierer Sinfoniekonzert ist der polnische Klarinettist Dawid Jarzynski. TV-Mitarbeiter Martin Möller hat mit ihm über Aaron Coplands Klarinettenkonzert gesprochen, das Jarzynski am Donnerstag im Theater präsentieren wird.
Herr Jarzynski, Sie haben sich als Solist für die Klarinette entschieden. Was ist an diesem Instrument so liebenswert?
Jarzynski: Die Klarinette hat von allen Holzbläsern die größte Ausdrucksspannweite. Sie klingt im Pianissimo genauso überzeugend wie bei heftigen Ausbrüchen. Darum eignet sie sich besonders für romantische Musik, aber auch für das 20. Jahrhundert.

Bei Klarinettenkonzerten denkt man an Mozart, Weber, Johann Melchior Molter, Stamitz oder Louis Spohr. Warum ein Konzert von Aaron Copland?
Jarzynski: Generalmusikdirektor Puhl und ich haben gemeinsam darüber nachgedacht und uns für Copland entschieden. Das Werk passt gut in das Programm des Sinfoniekonzerts - vor allem, weil danach Bartók kommt. Beide Werke sind im selben Zeitraum Mitte der 1940er Jahre entstanden.

Copland hat das Klarinettenkonzert für Benny Goodman geschrieben. Ist das für Ihre Interpretation von Bedeutung?
Jarzynski: Goodman war ein großartiger Musiker. Trotzdem setze ich mich auch von ihm ab. Copland hatte mit der Niederschrift des Konzerts begonnen und erst danach auf Goodmans Rat Stellen korrigiert. Die Partitur der ersten Fassung - noch vor Goodmans Korrekturen - liegt in der Library of Congress in Washington. Ich habe daraus einige Passagen übernommen.

Coplands Konzert wird am Donnerstag wohl für alle Besucher neu sein. Worauf sollten sie achten?
Jarzynski: Coplands Konzert ist zweiteilig, mit einem langsamen ersten Teil, der sich wirklich genießen lässt. Dann kommt eine große Kadenz und damit der Übergang zum zweiten Teil. Da baut der Komponist eine enorme Spannung auf. Interessant in diesem Abschnitt sind auch die Dialoge der Klarinette mit den Violinen. Das Orchester ist ja klein besetzt, ohne Bläser und nur mit Streichern, Harfe und Klavier. Auch der Vergleich mit Bartóks Konzert für Orchester ist spannend. Wie unterschiedlich können Werke klingen, die fast zur selben Zeit in Amerika entstanden sind! mö
5. Sinfoniekonzert im Trierer Theater, Donnerstag, 5. März, 20 Uhr; Werke von Beethoven, Copland und Bartók; Solist: Dawid Jarzynski, Klarinette. Leitung: Generalmusikdirektor Victor Puhl.
Extra

Der Klarinettist Dawid Jarzynski wurde 1984 in Kattowitz/Polen geboren. Seine Ausbildung absolvierte er in seiner Heimatstadt und an der Züricher Hochschule der Künste, wo er 2009 mit Solistendiplom abschloss. Künstlerische Impulse in Meisterkursen erhielt er unter anderem von Eduard Brunner, Sabine Meyer und Reiner Wehle. Die Zahl seiner Wettbewerbserfolge ist groß, außerdem erhielt Jarzynski unter anderem Stipendien vom polnischen Kultusministerium und der Stadt Kattowitz. Als Solist ist er unter anderem mit dem Berliner Rundfunk Sinfonieorchester aufgetreten. mö