Kölsches Jeföhl im Rockschuppen

Kölsches Jeföhl im Rockschuppen

Nicht einmal 100 Kilometer sind es von Köln nach Gerolstein - für die Höhner also fast ein Heimspiel. Passend zum Titel ihres neuen Albums "Mach laut!" erklärt die Band den Lokschuppen kurzerhand zum "Rockschuppen" - und legt mächtig los.

Gerolstein. Da ist sogar Henning Krautmacher erstaunt: "Ihr kennt die Texte ja schon besser als wir manchmal", ruft der Frontmann der Höhner den 650 Besuchern im Gerolsteiner Lokschuppen zu. Denn die singen auch die neuen Lieder kräftig mit - und das, obwohl das aktuelle Album "Mach laut!" gerade einmal seit zwei Wochen auf dem Markt ist. Und mit dem kölschen Dialekt haben die Eifeler ja ohnehin keine Probleme.
Eine reine Karnevalsband sind die Höhner schon lange nicht mehr; sie haben sich immer mehr Richtung Kölsch-Rock entwickelt - und das zeigen sie auch im "Rockschuppen". Aber neben den schnelleren Titeln wie "Do musste durch" oder "Denn dafür leben wir" gibt es auch "etwas, was nicht oft im Repertoire der Höhner zu finden ist", wie Krautmacher betont: "E Levve lang", ein wirklich "ernst gemeintes" und gefühlvolles Liebeslied für den Partner oder die Partnerin - "oder auch für den Verein", bevorzugt natürlich dann, wenn der FC Köln heißt.
Dazu sind beim Konzert natürlich auch viele bekannte Titel aus den vergangenen Jahren zu hören: "Ich ben ne Räuber", "Echte Fründe" oder "Schenk mir dein Herz". So spielen die Höhner mehr als zwei Stunden am Stück - ohne Pause und plus Zugaben.
Auch ein mehr als 40 Jahre alter internationaler Hit hat seinen Weg auf das neue Album gefunden - natürlich in einer kölschen Version: Aus Albert Hammonds "Free Electric Band" wurde so die "Echte kölsche Band". Hammond höchstpersönlich wird übrigens dabei sein, wenn die Höhner am 30. April in der Kölner Lanxess-Arena zum Tanz in den Mai aufspielen.
Und noch ein Auftritt ist bereits geplant: mit vielen weiteren Künstlern zum zehnten Jahrestag des vom Nationalsozialistischen Untergrund am 9. Juni 2004 verübten Nagelbomben-Attentats in der Kölner Keupstraße, bei dem 22 Menschen verletzt wurden.
Die Höhner engangieren sich seit Jahren gegen Fremdenfeindlichkeit - und "dä kölsche Pass", den verleihen sie gerne auch denen, die nicht am Rhein geboren sind. Schließlich ist "Kölle" vor allem eines: "e Jeföhl" - und das lässt sich zum Beispiel auch in Gerolstein verspüren. Viva Colonia! daj

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