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Kölschrock-Band StadtRand mit Roman Lob und Marco Lehnertz im Porträt

Kölschrock : Alles andere als Singsang und Trallala

Bei kölscher Musik denken viele automatisch an Karneval. Doch dass kölsche Musik mehr sein kann als rheinische Frohnatur, will die Band StadtRand um den Eifeler Marco Lehnertz und Roman Lob beweisen.

Seit 2018 stehen Roman Lob, der sich 2012 für den Eurovision Song Contest qualifiziert hat, und seine Bandkollegen unter dem Namen „StadtRand“ mit kölschen Texten auf der Bühne. Im vergangenen  Jahr kam der Eifeler Marco Lehnertz als Keyboarder dazu. „Kennengelernt haben wir uns über das Musikprojekt ‚Herzlichter’, wo Roman als Stargast aufgetreten ist“, erzählt Lehnertz. „Eigentlich war StadtRand als reine Gitarren-Band gedacht“, sagt er weiter. „Aber dann haben wir ausprobiert, wie ein Keyboard dazu klingt, und es hat gepasst.“

Wie es sich für eine Kölschrock-Band gehört, hetzen die sechs Musiker in der Karnevalsession von Auftritt zu Auftritt und heizen dem Publikum ein. „Allerdings sind wir nicht die typische Karnevalsband“, sagt Lob. „Unser letzter Song im Set ‚Hin und Widder’ beschäftigt sich mit dem Thema Verlust.“ Das sei auch die beste Nummer bei ihren Auftritten, findet Lehnertz. „Bei dem Titel waren wir hin- und hergerissen, ob wir ihn als Single veröffentlichen sollen“, erzählt Lob. „Wir waren nicht sicher, ob er im Karneval funktioniert.“ Doch die Resonanz sei überwältigend. „Mindestens eine Person im Publikum fängt währenddessen an zu weinen“, sagt Lehnertz. „Wenn dann nach dem Auftritt jemand aus dem Publikum zu mir kommt und seine persönliche Geschichte mit Tränen in den Augen erzählt, weil ihn das Lied so berührt hat, läuft es mir kalt den Rücken runter“, sagt der Eifeler. Für alle ihre Lieder sei ihnen wichtig, dass sie „Tiefgang haben und zum Nachdenken anregen“, sagt Lehnertz, der an der Musikschule des Eifelkreises Bitburg-Prüm Klavier unterrichtet. „Karneval kann mehr als Singsang und Trallala.“ Aber auch nach Karneval ist bei den Musikern von StadtRand längst nicht Schluss. „Als nächstes steht unsere Tour an, bei der wir im September auch in Bitburg Halt machen“, sagt Lehnertz. Denn die Jungs aus Westerwald und Eifel wollen auch über den Rand der Stadt Köln hinaus bekannt werden und präsentieren ihre erste EP „Fründschaff“, die im Januar erschienen ist, auf ihrer Tour.

„Wir haben die Platte so genannt, weil es das ist, was uns ausmacht. Das Projekt ist aus Freundschaft entstanden“, erzählt Lob. „In einer Band verbringt man viel Zeit miteinander, ob auf der Bühne oder im Probenraum. Da funktioniert es nur, wenn man sich gut kennt“, sagt Lehnertz. „Unser Publikum sagt uns oft, dass man beim Auftritt merkt, dass wir Freunde sind“. Und Authentizität ist den Jungs von StadtRand wichtig: „Wenn uns das Publikum sagt ‚Man kauft euch das alles ab’, dann ist das das schönste Kompliment, das man bekommen kann“, findet Lob.

Bisheriges Highlight ihrer Bandgeschichte war die Tour der Kölschrock-Band Cat Ballou im vergangenen Jahr, bei der die Musiker als Vorband aufgetreten sind. „Das war für uns echt eine Ehre“, sagt Lob. Und was ist ihr größter Traum? „Mein Traum ist es, in Köln das E-Werk vollzukriegen“, sagt Lob. „Da habe ich selbst schon viele Bands gesehen, und da mal zu spielen, wäre krass.“ „Aber ein Wunsch geht schon in diesem Jahr in Erfüllung“, verrät Lehnertz „Denn am 11.11. sind wir in der Lanxess-Arena bei der Sessioneröffnung dabei, und wir spielen vor 18 000 Leuten.“

Zu erleben ist StadtRand am Freitag, 4. September, 20 Uhr, im Haus der Jugend in Bitburg. Tickets ab 15 Euro (VVK).