KOLUMNE

Och, Brad Pitt, jetzt stellen Sie sich doch nicht so an! Sie sind aber auch pingelig: Nur weil Sie ein Paparazzo nackig auf Ihrem Balkon fotografiert hat, haben Sie sofort allen einschlägigen Magazinen in den USA rechtliche Schritte angedroht, wenn sie das Bild veröffentlichen.

Nein, meine Damen, Sie brauchen jetzt nicht zu Ihrem Geldbeutel zu greifen, die Fotos von Brad Pitts blankem Hintern dürften auch für Besserverdiener eindeutig zu teuer sein, um sie sich an die Schlafzimmerwand zu hängen. Sie müssen also weiterhin mit dem röhrenden Hirsch vorlieb nehmen. So wird die Nackedei-Bilder wohl kaum jemand zu sehen bekommen, weil Brad Pitt - der alte Spielverderber - will, dass die Bilder unter Verschluss bleiben. Da keimt beim durchschnittlich aussehenden Mitteleuropäer mit dem einen oder anderen Rettungsringlein doch ein Verdacht auf: Steht Brad - der Super-Adonis, Traum aller pubertierenden und längst nicht mehr pubertierenden Mädchen, Ex-Lover von Jennifer Aniston (wie konnten Sie mit der nur Schluss machen?!), aktueller Lover von Angelina Jolie (Respekt!) und und und - vielleicht doch nicht mehr so gut im Training? Ist das Sixpack womöglich nur noch ein Fourpack, sind die Oberarme vielleicht nicht mehr so muskulös und der makellose Teint vielleicht nicht mehr ganz so rein? Wir Männer würden uns nicht direkt darüber freuen, aber ein wenig Genugtuung würden wir schon verspüren. Schließlich träumen sie heimlich von Ihnen, nicht von uns. Schließlich haben sie Sie im Kino angehimmelt, während wir daneben saßen, und die Kinokarten und das Popcorn bezahlt haben. Oder gibt es vielleicht ein anderes körperliches Defizit, das die Öffentlichkeit nicht erfahren soll? Ach, Mister Pitt, das tut gut. Sie sind halt doch nur ein "normaler" Mann - so wie wir. Alexander Houben