Kommentar über Konzert mit Werk von Hans Pfitzner

Kultur : Kommentar: Gut, dass es verschoben wird

Man kann sich darüber streiten, ob es überhaupt sinnvoll ist, das Werk eines Mannes aufzuführen, der Teil des nationalsozialistischen Kulturbetriebs war  und der den Holocaust noch 1945 rechtfertigte.

Nicht das Warum sei Hitler vorzuwerfen nur das Wie, schrieb Pfitzner und kommt zu dem Schluss, dass Deutschen summa summarum viel schlimmere Grausamkeiten widerfahren seien als den Juden. Egal wie gut die Musik ist (und auch darüber gibt es unterschiedliche Ansichten) – muss man so jemandem eine Bühne bieten? Wenn die Antwort aus Gründen der künstlerischen Freiheit „Ja“ lautet – was legitim ist – dann sollte man das dennoch anders machen, als es nun geplant war. Nicht im Jubiläumsjahr. Und nicht ohne einordnendes Rahmenprogramm. Denn ehren oder unbedacht reinwaschen sollte man diesen Künstler nicht. Gut, dass das Konzert nun verschoben ist. Das gibt allen Beteiligten die Chance, dieses heikle Unterfangen besser vorzubereiten.

k.demos@volksfreund.de

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