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Kommentar zum Verbot von Großveranstaltungen: Deutlichere Grenzen, bitte!

Kommentar zum Verbot von Großveranstaltungen : Deutlichere Grenzen, bitte – und mehr finanzielle Hilfen!

Das Ziel setzte sich Ministerpräsidentin Malu Dreyer  in ihrer Pressekonferenz am Mittwochabend selbst: Sie wolle den Veranstaltern zeigen, dass diese tatsächlich keine größeren Events ausrichten dürfen. Ein eindeutiges Ziel, das die Landesregierung ebenso deutlich verfehlt hat.

Denn auch auf Nachfrage zu antworten, dass es bei den Veranstaltungen um „alles ginge, was man sich unter größeren Veranstaltungen vorstellt“, hilft den Kulturschaffenden nicht. Jeder stellt sich unter einer größeren Veranstaltung etwas anderes vor. Sind 500 Menschen eine Großveranstaltung? Oder erst ab 1000? Müssen wir nach der Größe des Geländes schauen?

Zu sagen, dass die Ministerpräsidenten ganz bewusst darauf verzichtet haben, eine solche Definition zu geben, sorgt nur für mehr Unverständnis. Dabei ist eine Grenze für die Veranstalter extrem wichtig, denn sonst hängen diese weiterhin in der Luft.

Veranstaltungen, bei denen Hunderte Menschen zusammenkommen, sollten nicht stattfinden. Das Infektionsrisiko ist schlichtweg zu groß. Dass Rock am Ring & Co. ausfallen – selbstredend. Im ländlichen Raum kann eine Veranstaltung mit 100 Besuchern allerdings ebenso gefährlich sein, wenn sich dabei ein Virus innerhalb eines Ortes verbreitet.

Die Landesregierung muss klare Kante zeigen und eine Grenze festlegen, die niedrig angesetzt wird. Auch wenn damit freien Künstlern Aufträge wegfallen. Das Land muss diese im Gegenzug finanziell stärker unterstützen.

c.thome@volksfreund.de