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Kommentar zur Spielzeitbilanz 2018/19am Theater Trier

Meinung : Ein fantastischer Start!

Besser hätte die erste Saison unter neuer Intendanz gar nicht laufen können. Nicht nur wegen der glänzenden Besucherstatistik. Das positivste Ergebnis ist: Trier hat nach schweren Jahren die Lust am Theater wiedergefunden.

So viele begeisterte Zuschauer hat das Haus lange nicht gesehen. In manchen Produktionen waren Standing Ovations Regel und nicht Ausnahme. Das Erfolgsrezept? Ein Intendant, der sein engagiertes Team eint, nicht spaltet. Klasse Künstler. Ein Programm, das dazu gemacht wurde, die breite Masse anzusprechen. Ein neues theaterpädagogisches Konzept, das Schulen – und damit Zigtausende Zuschauer – noch viel stärker und früher einbindet. Ein Oberbürgermeister, ein Dezernent und Kommunalpolitiker, die voll hinter dem Haus stehen und es aktiv bewerben. Eine Stadt, die gemerkt hat, wie knapp sie daran vorbeigeschrammt ist, eine ihrer wichtigsten Kultureinrichtungen zu verlieren. Und nicht zuletzt Menschen, die nach all dem Streit, nach all den Debatten und Debakeln keine Lust mehr auf Drama haben. Es sei denn, es spielt auf der Bühne.

Mancher mag kritisieren, Langners Spielpläne seien zu gefällig, zu klassisch, zu wenig wagemutig. Das mag ja sein. Dennoch ist es nach all den Turbulenzen richtig, zunächst auf Nummer sicher zu gehen, Vertrauen aufzubauen und dafür zu sorgen, dass Freude und Leichtigkeit ins Theater zurückkehren. Dass das so schnell geht, war nicht zu erwarten. Gratulation!

k.demos@volksfreund.de