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Konz Festival Josef Moog und Kai Adomeit

Konz Festival : Ein Konzert mit viel Wasser

Konz Festival in der Saarmündung nach grandioser Halbzeit abgebrochen.

Alles war gerichtet für einen exquisiten Konzertabend: Zwei ausgezeichnete Pianisten, Josef Moog und Kai Adomeit, mit Musik von Bach, Schubert und Grieg, an zwei großen Konzertflügeln. Ausgeklügelte Licht- und Tontechnik und herrliche Saarweine. Und dahinter eine aufwendige Logistik, organisiert durch den Konzer Kulturbeauftragten Johannes Tittel.

Das zweite Konzert des „Konz Musik Festival“ sollte ein Highlight werden, an einem wirklich außergewöhnlichen Ort, der Landzunge am Zusammenfluss von Mosel und Saar. Aber leider kamen die gut 250 erwartungsfrohen Zuschauer nur in den Genuss eines halben Konzertes. Zur Pause musste der Veranstalter und ehemaliger Konzer Bürgermeister Winfried Manns (Verein Vogel als Prophet) wegen plötzlich einsetzenden Regens abbrechen. Das Publikum nahm das erstaunlich gelassen auf, für das Wetter kann ja niemand etwas, und bis zum abrupten Ende hatte man ja auch schon einen zauberhaften Abend verbracht. Windstill, lauschig, warm hatte es begonnen, eine kleine Bühne mit den zwei Flügeln ragte aufs Wasser hi-naus. Der  erst 33-jährige Pianist Josef Moog, gleichzeitig künstlerischer Leiter des Festivals, und sein Gegenüber und Freund, Kai Adomeit, gingen mit heiterer Gelassenheit an die schwere Aufgabe, vierhändige Stücke koordiniert in Ein-Klang zu verwandeln. Das gelang ihnen meisterhaft.

Johann Sebastian Bachs Zimmerkonzerte dienen als wohltemperierter Auftakt. Das Publikum staunt über die Klangqualität in freier Natur unter hohen alten Bäumen und mit nichts als viel Wasser im Hintergrund. Idylle pur, da schippern leise kleine Sportboote und dicke, schwerbeladene Kähne vorbei. Einige junge Männer, die den angrenzenden Radweg offensichtlich für einen Ausflug benutzen wollen, reiben sich verwundert die Augen ob der unerwarteten Musik, steigen ab und schieben ihre Räder ganz ehrfürchtig und leise über die Rasenfläche im hinteren Bereich. Dann gibt es Franz Schubert zu hören, den Sonatensatz „Lebensträume“, lebhaft, verspielt, verträumt. Das Publikum schwelgt.

Zum Abschluss und gleichsam als vorgezogener Höhepunkt dann Edvard Grieg mit norwegischen Tänzen und volksmusikalischem Charakter. Da toben die nordischen Trolle und Feen über magische Orte, auch der Konzertplatz an Mosel und Saar, darf getrost als solcher bezeichnet werden. Dann setzt der Niesel ein, Adomeit winkt ab, die wertvollen Instrumente werden notdürftig abgedeckt. Die Zuschauer holen sich ein Glas Wein, plaudern, der Funke Hoffnung glimmt noch ein Weilchen. Dann wird das Getröpfel stärker, und Manns verkündet den Abbruch. Wirklich schade! Es bleibt die Hoffnung auf gut besuchte Konzerte im weiteren, hochkarätigen Programm, das noch bis zum kommenden Sonntag, 29. August, läuft und beweist, was eine kleine Stadt bei entsprechendem Engagement Großes zu leisten imstande ist.

Weitere Infos und Konzerttermine unter: www.konzmusikfestival.de