Konzert im Kurfürstlichen Palais: Ein Abschied zum Start

Konzert im Kurfürstlichen Palais: Ein Abschied zum Start

Seit 55 Jahren ist die Kammermusikalische Vereinigung in Trier eine feste Größe im Konzertgeschehen. In die neue Spielzeit startete sie mit einem Abend, der seines- gleichen suchen kann.

Trier. Der Auftaktabend zur neuen Konzertserie im Kurfürstlichen Palais hatte es in sich. So etwas erlebt man nur selten. Zu Gast war das Tecchler Trio mit der Geigerin Esther Hoppe, dem Cellisten Maximilian Hornung und dem Pianisten Benjamin Engeli.
Wer die Konzerte im Palais häufiger besucht, weiß, dass es dort eher ruhiger zugeht. Diesmal aber füllten schon vor der Pause Bravorufe den Festsaal. Mit Recht: Eine solche Interpretation von Franz Schuberts Klaviertrio Es-Dur, D 929, hört man nicht oft. Energisch, mit Druck und großer dynamischer Bandbreite ging das Ensemble das Werk an, ließ aber auch die Poesie nicht außer Acht. Es malte in den ruhigen Teilen mit zauberhaften Farben die Musik in den Raum.
Sergej Rachmaninows sehr selten gespieltes Elegisches Trio Nr. 2 in d-Moll stand gleichberechtigt neben Schubert. Auch hier konnte man ein Ensemble erleben, das eine Einheit bildete. Eine Formation, die achtsam miteinander und mit der Musik umging. Eine ideale Besetzung. Rachmaninows Opus 9 hat einen melancholischen Grundton, der sich durch das ganze Werk zieht. Dieser Tenor entsprach dem, was mancher Zuhörer empfunden haben mag bei dem Gedanken, dass der Trierer Abend das drittletzte Konzert dieses Trios war. Die drei jungen Musiker trennen sich nach acht erfolgreichen Jahren.
Bedauerlich, denn sie hätten sicher noch viel zu schenken. So konnte man sich nur dafür bedanken, dass die Musiker auch in Trier Station machten, um sich mit einem Abend auf absolutem Spitzenniveau von ihrem Publikum zu verabschieden. gkl

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