Konzert von Nachwuchsstars von The Voice of Germany in Trier lässt die Frage offen: Wer steht hier im Vordergrund? Format oder Sänger?

Konzert vor 2500 Zuschauern : Nachwuchsstars von „Voice of Germany“ treten in Trier auf

Das Konzert von sechs Nachwuchsstars kommt bei Fans von The Voice of Germany gut an. Doch es bleibt die Frage: Wer steht hier im Vordergrund? Format oder Sänger?

Was steht im Vordergrund, die Sänger oder das Sendeformat? Diese Frage stellt sich so manchem der 2500 Zuschauern, die das Konzert der Tour The Voice of Germany in der Trier Arena besucht haben. Denn trotz aller Bemühungen der sechs Talente der Casting-Show: Nicht die Truppe, sondern das Format steht im Vordergrund. Immer wieder gibt es auf der mit Leinwand, Couches und Holzplatten ärmlich dekorierten Bühne Filmsequenzen aus der jüngsten Serie der Gesangsshow, die teils die prominenten Stars der Sendung, teilweise das Sendeformat herausheben.

Es macht den Eindruck, dass die sechs jungen Sternchen hier nur Mittel zum Zweck sind. Nämlich die Unterhaltungsshow The Voice of Germany zu promoten, nicht den Sängern zu einer Karriere als Popsänger zu verhelfen. Und auch auf der Bühne engt die oft arg einstudiert wirkende Choreographie die Akteure sichtlich ein. Die quirlige Natia Todua, Siegerin der jüngsten Staffel, in einer Akustikrunde erst im Schneidersitz auf die Bühne und anschließend auf ein Sofa zu setzen und dort singen zu lassen, erweist sich als Schnapsidee, da ihre Stimme so einfach nur gepresst und angestrengt wirkt und diese Szenen ihrem lebhaften Naturell sichtlich widersprechen. Und auch die raue und tiefe Stimme des zweitplatzierten Benedikt Köstler passt bei so manchem gemeinsam gesungenen Stück nicht zu denen seiner Sangeskollegen. Wildcard-Inhaberin Lara-Samira Will verblasst gar bei allem Bemühen zwischen ihren stimmgewaltigeren Mitstreitern.

Doch haben gerade die sechs Sänger dafür gesorgt, dass es für die Fans der Casting-Show zu einem unterhaltsamen Abend geworden ist. Zum einen zeigen sie sich auf der Bühne sämtlich als Sympathieträger, allen voran der blonde Gregor Hägele und der nachgerückte Dzenan Buldic, der stets am vorderen Rand der Bühne agiert und das Publikum mitreißt. Aber auch so manche Stimme der Sänger lässt Potenzial erkennen. Beispielsweise die von Anna Heimrath, die sowohl mit dem lebhaften Stück „Issue“ als auch mit ihrem gefühlvoll gesungenen „Fix You“, von Hunderten Zuschauern mit Handylampen begleitet, überzeugen kann. Noch mehr Taschenlampen strahlen bei Benedikt Köstlers gelungen geröhrter Version von Leonard Cohens „Halleluja“. Und auch Siegerin Natia Todua, losgelassen von beschränkenden Vorgaben der Choreographie, kann gegen Ende der Show zeigen, warum sie die jüngste Staffel gewonnen hat. Sie begeistert das Publikum bei ihrem Soloauftritt mit dem Stück „With a little help from my friends“ und macht dabei gleich den ganzen Zuschauerraum zur Bühne, bevor bei der gemeinsam gesungenen Zugabe endlich Partystimmung aufkommt.

Doch müssen sich die Zuschauer, die offensichtlich zufrieden die Arena verlassen, eines vergegenwärtigen: Die nächste Staffel von The Voice of Germany kommt bestimmt, mit neuen Gesichtern und Talenten, die auf Erfolg und Durchbruch hoffen. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass sich dann niemand mehr an die Namen der sechs Sänger erinnert, denen das Publikum in der Arena Trier noch zugejubelt hat.

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